Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIV. (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- – (sequence 122)
- Language
- German
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114 ״Hat jemand etwas für herrenlos erklärt im Hinblick auf Tiere, aber nicht auf Menschen, auf Nichtjuden, aber nicht auf Juden, auf Reiche, aber nicht auf Arme, so hat diese Herrenloserklärung nach allgemeiner Ansicht keine Giltigkeit. Hat er es für herrenlos erklärt in Bezug auf Menschen aber nicht auf Tiere, auf Juden, aber nicht auf Nichtjuden, auf die Armen einer bestimmten Stadt, aber nicht auf die einer anderen Stadt, so streiten darüber R. J. und R. Lakisch. Nach R. J. hat seine Erklärung Giltigkeit, nach R. S. b. L. aber nicht.“ In der Mischna ist an der betreffenden Stelle eine Kontroverse zwischen ב״ש und ב״ה, ob eine Herrenloserklärung, die nur für Arme Giltigkeit haben soll, so dass also nur Arme von dem Gut Besitz ergieifen könnten, eine rechtliche Wirkung hat. Im Anschluss daran wird erörtert, von welcher Bestimmung der Schrift ב״ש und ה v thre Auffassung bezüglich des Begriffs הפקר ableiten. R. Jochanan bettachtet die Bestimmung über die Ecke des Feldes (.פאד), R. L. die über das Brachjahr (שמטה) als Grundlage. Auf diese verschiedene Ableitung nun gründet sich die Meinungsverschiedenheit darüber, inwieweit eine Beschränkung der Herrenloserklärung auf bestimmte Individuen oder Gruppen Giltigkeit hat. i. ד אבהו בשם רשב״ל המוכר מעשרות שדהו להכירו לא עשה כלום ולד שפחתו לחבירו לא עשה כלום עובר בהמתו לחבירו לא עשה כלום אדר חורבתו לחבירו לא עשה כלום אלא מוכר לו שדה ומשייר מעשרותיה מוכר לו שפחד* ומשייר לו . ולדה מוכר לו בהמה ומשייר לו עוברה מוכר לו חורבא ומשייר לו אוירא (ירד דמאי פ״ו ה״ב קדושין פ״א ה״ח. ״R. Abahu sagte im Namen von R^ S. b. L.: Wenn jemand die Zehnten >0% seinem Felde seinem Nächsten verkauft, so hat dies keinerlei Gitfi^kfit, ebenso wenn er das Kind seiner Sklavin oder das (noch angeborene) Junge seines Viehes oder auch den Luftraum über seinem unbebauten Platz verkäuft. Er kann aber ein Feld verkaufen und sich die Zehnten Vorbehalten, er kann seine Sklavin verkaufen und sich das Kind Vorbehalten, kann sein Vieh verkaufen und sich das Junge Vorbehalten, kann seinen freien Platz verkaufen und sich den Luftraum, der darüber ist, Vorbehalten.“ Der hier angeführte Ausspruch beruht auf dem Grundsatz, dass Dinge, die nicht existieren; nicht verkauft werden können (אין אדם מקנה דבר שלא בא לעולם). Nur wenn z. B. der Verkäufer das Feld auf eine bestimmte Zeit verkauft, damit die in dieser