Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIV. (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- – (sequence 106)
- Language
- German
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98 Das Prinzip מצות צריכות כוונהwird schon von den Tanaiteii erörtert, wie aus verschiedenen Stellen im Talmud1) ersichtlich ist; seine Formulierung dürfte jedoch auf R. Lakiseh zurückzuführen sein 2). b. ״ אין מעבירין על המצותMan darf nicht an einer Mizwa vorübergehen“ 3), d. h. wenn man mehrere Pfliehtgebote zu erfüllen hat, so darf man dasjenige, auf das man zuerst trifft, nicht über־ gehen, um zuvor ein anderes auszuüben. Beim Tempeldienst wird deshalb zuerst die Entaschung des Räucheraltars vorgenommen, und dann erst wird der heilige Leuchter hergerichtet, weil man beim Eintritt in den Tempel zunächst an den Altar kommt 4). — Der zu gründe liegende Gedanke dürfte wofil sein, dass das Übergehen einer Mizwa eine Missachtung bedeutet. Auch dieser Grundsatz wird schon früher angewendet, und nur die Formulierung ist R. Lakiseh zuzuschreiben. c. כל מקום שאתה מוצא עשה ולא תעשה אם אתה יכול לקיים שניהם מוטב ואם לאו יבא עשה וידחה ל״ת ״Wo ein Gebot und ein Verbot miteinander kollidieren, muss man, wenn eine Möglichkeit dazu besteht, beide zu erfüllen suchen; ist diese Möglichkeit nicht gegeben, so muss das Verbot vor dem Gebot zurücktreten“5). Der Grundsatz, dass ein Gebot den Vorrang hat vor einem Verbot, stand schon früher fest und wird, wie aus יבמות ג׳ ע׳יא וכר ersichtlich ist, aus dem Schriftwort gefolgert. Resch Lakiseh schränkt aber das Prinzip auf den Fall ein, dass keine Möglichkeit besteht beide zu erfüllen 6). d. לא אתי דבור ומבטל דבור ״Eine Willenserklärung kann eine andere nicht einfach aufheben“ 7). 1) ר״ח כ״ח ע״ב, ברכות י״ג. 2) s. Anhang Anm. 2. » פסחים ס״ר ע״ב, יומא ל“ג ע״א- נ״ח ע״ב. ע, מגלה ו/ע״ב׳ סנחות (’ ס״ד ע״ב. 4) S. Anhang Anm. 3. s) שבת קל״ג ע“א> נדר ט״א ע״א׳ נ״ח ע“א׳ מנחות מ‘ ע“ב. 6) S. Anhang Anm. 4. .קדושין נ״ט ע״א ר