Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIV. (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- – (sequence 94)
- Language
- German
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86 Führers, und bei einem besonderen Anlass sagte Rabbi von ihm: ״Ich bin sicher, dass er einst ein Lehrer in Israel sein wird.“ In der Heimatstadt Joch an aus lebte noch ein anderer Jung־ ling von ausserordentlichen Anlagen des Körpers und des Geistes: Simon ben Lakisch. Über seine Herkunft und über sein filternhaus ist nichts Näheres bekannt, nur dass er sicherlich in sehr dürf־ tigen Verhältnissen lebte. Er war ein Hüne von Gestalt und von einer Geistesschärfe, welche die Bewunderung aller erregte, die mit ihm verkehrten Jochanans Sinn war darauf gerichtet, ihn für die Lehre zu gewinnen. Simon hatte sich nämlich aus Not den Gladiatoren verkauft und war wegen seiner ausserordentlichen Körperkraft bei ihnen geachtet und gefürchtet. Aber der geistig so regsame und wissensdurstige Jüngling konnte sich in dieser Umgebung nicht wohl fühlen; er sann darauf, wie er sich aus den selbstgeschmiedeten Fesseln wieder befreien könnte. Auch Jochanan hatte den Plan, die seltene Begabung Simons für die Lehre nutzbar zu machen, nicht aufgegeben. Als Jochanan, der von aulfallender Schönheit war, eines Tages im Jordan badete> sah er die Hünengestalt Simons mit einem kühpen Sprung in die Fluten hinabtauchen. Da rief er ihm zu: ״Deine Kraft, sollte der Thora gehören!“ ״Und deine Schönheit den Frauen!“ erwiderte der Angeredete schlagfertig. ״Wenn du deinem jetzigen Beruf entsagen willst, fuhr Jochanan fort, dann gebe ich dir meine Schwester zur Gattin, die noch viel schöner ist als ich.“ Sie kamen ins Gespräch, und es gelang Jochanan, Simon zu dem Entschluss zu bringen, sich von den Gladiatoren zu trennen. Das war jedoch nicht so leicht, first an dem Tage, bevor er in den Kainpfspielen auftreten sollte, gelang es ihm durch einen kühnen und gewalttätigen Streich loszukommen 2). R. Jochanan widmete sich jetzt mit der grössten Liebe und Hingebung der Aufgabe, Simon ben Lakisch zum Gelehrten heranzubilden. Simon, der damals wohl noch keine zwanzig Jahre zählte, war nicht viel jünger als R. Jochanan, dessen Geburtsjahr zwischen 175 und 180 d. g. Z. anzusetzen ist. Und er gab sich jetzt dem Studium mit einem solchen Eifer bin, dass er staunenswerte Fortschritte machte. Es wTird erzählt3), dass er den zu behandelnden פסחים ל ע״ב (י גטין מ״ז-ע״א, ב״מ פ״ר ע״א (*■ תענית ח' ע״א (s