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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1921-01-01 · XIV. (1921) · page 35

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIV. (1921)
Date
1921-01-01
Page
– (sequence 35)
Language
German
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27 fähigt zur Übernahme des Postens erklärt hatte1)״ So blieb er in Sontheim2), bis er ums Jahr 1782 als Rabbinatsbeisitzer nach Leimen3) (bei Heidelberg) berufen wurde. Nachdem er diese Stelle etwa zwölf Jahre bekleidet hatte, kündigte er unerwartet das Amt aus dem Grunde, weil ein dortiges reiches Gemeindemitglied gegen den Willen des Rabbiners am Sabbat im Akkord einen Ban ausführen liess4). Nun knüpfte er mit der Gemeinde Hanau wegen Übernahme des dortigen vakanten Rabbinats Unterhandlungen an. Am 27. Tebet 555 (1795) wurde, laut Protokollbuch, vom dortigen Gemeindeyorstand beschlossen, die Wahl eines Rabbiners energisch zu betreiben. Hierbei wird noch bemerkt, dass die derzeitigen Rabbiner von Friedberg, Büdingen und Aschaffenburg unter keiner Bedingung gewählt werden dürfen und dass der zu Wählende י) Steinhart soll hierbei unter Anspielung aul Richter 0, 13 seinem Schüler in witziger Weise geschrieben haben החדלה את תירושך המשמח אלקי' ואנשים והלכת לנוע על העצים צ) Mose Tobiah war auch Mohel. Das von ihm geführte Mohelbuch befindet sich in seiner reichhaltigen Bibliothek, die der Familie Sondheimer in Frankfurt a. M. angehört. Ihrer bekannten Munifizenz verdanke ich die Erlaubnis zum Einblick und zur Benützung der Bibliothek. Das Mohelbuch verzeichnet 294 Besch neidungen. Der erste Eintrag geschah am 26. Nissan 538 (1773). An diesem Tage wurde Simcha Josef, Sohn seines Schwagers Leser Sontheim, beschnitten; Gevatter war sein Schwiegervater Wolf in Sontheim; die Beschneidung vollzog Mose Tobiah gemeinschaftlich mit dem התורני אומנא רבא Sussmann Hilsbach. Am 24. Tischri 556 (1795) beginnen die Eintragungen aus Hanair. Die letzte Beschneidung vollzog Mose Tobiah an dem Knabe» Ascher (Ensel), Sohn des Götzche Schochet, am Sabbat 8. ljar 590 (1830) im 75. Lebensjahre, einige Monate vor. seinem Tode. 8) Leimen, das z. Zt. nicht mehr von Glaubensgenossen bewohnt ist, war damals eine kleine isr. Gemeinde, in der besonders die Träger des Namen» Seligmann als Mäzene und Wohltäter eines weitverbreiteten Rufes sich erfreuten und nt A. auch bedeutende Stiftungen h int er Hessen; vgl. Schluss der Vorrede zu מנחת בהן (Fu1:th 1741), Tit. Bl. zu סדר הדורות (Karlsruhe 1769) und meine Blätter I, 55. Die dortige Rabbinatsstelle bekleidete der obengenannte R. Naftali Hirsch Katzenellenbogen (1763—1768); vgl. noch meine Kurpfalz p. 220 und Jahrbuch VIII, 104. 4) Diesen Umstand als Grund für die plötzliche Kündigung entnehme ich dem schon erwähnten Hesped meines Vaters זצ״ל R״ Jakob (Koppel) Löwenstein, den er zum Andenken seines von ihm tief betrauerten hoehver* ehrten Lehrers, R, Mose Tiibiah, am 21, Cheschwan 591 (1830) in Ga Hingen hielt

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