Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIV. (1921)
- Date
- 1921-01-01
- Page
- – (sequence 33)
- Language
- German
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25 Bei den bisherigen Schilderungen des Lebensganges det Hanauer Rabbiner war mir ein tieferer Einblick in ihre geistige Tätigkeit aus Mangel an diesbezüglichem Quellenmaterial versagt sodass an Stelle historischer Darstellung zumeist nur biographische Notizen treten konnten. Erst jetzt beim Abschluss vorliegender Monographie bin ich in der glücklichen Lage, ausführlichere Nachrichten über einen Mann mitzuteilen, der als Stern erster Grösse erglänzt und durch seine Strahlen helles Licht verbreitet. Nach dem Ableben des B. Benjamin blieb die Babbinatsstelle in Hanau vier Jahre verwaist, bis sie a, 1795 durch R. Mose Tu bi oh Sontheim wiederbesetzt wurde. Sein Name weist auf den Ort Sontheim (bei Heilbronn) bin, wo er als Sohn des Jeehiel Michel am 28. Tebet (11. Januar) 1755 das Licht der Welt erblickte. Seine fromme Mutter Brendle ahnte, dass sie trotz ihrer kräftigen Gesundheit kein hohes Alter erreichen werde1). Sie ahnte aber auch, dass ihr Kind Mose Tubioh dazu bestimmt sei, ein Talmudgelehrter zu werden. Da sie aber nicht wusste, ob sie von Gott gewürdigt werde, es in diesem Sinne zu erziehen, so brachte sie den zarten Knaben zu dem damaligen kurpfälzischen Oberlandrabbiner Naftali Hirsch Katzenellenbogen2) nach Leimen, und legte ihm die Bitte vor, dem Knaben Erziehung und Unterricht zuteil werden zu lassen. Naftali Hirsch willfahrte der Bitte. Mose Tubioh blieb während einer Reihe voh Jahren in diesem Hause und vervollkommnete sich derart in seinem jüdischen Wissen, dass er, wie mein sei. Vater (sein späterer Schüler) in dem ihm gewidmeten Hesped berichtet, in seinem 13. Lebensjahre bei einem jüdischen Gelehrten eine Prüfung ablegen konnte, bei der er Kenntnis und Verständnis von dreihundert Blatt im Talmund und hundert Kapiteln im 4. Teil des Schulchan Artich nachweisen konnte. Er bezog hierauf die damals berühmte Talmudsehnle des R. Josef Steinhart3) in Fürth, wo er reichlich Gelegenheit fand, das Talmudstudiuni mit erhöhtem Eifer und Erfolg zu pflegen und sich ’) Sie soll ebenso wie drei ihrer Geschwister vor dem 34. Lebensjahr in Jenseits eingegangen sein. 2) Vgl seine Lebensbeschreibung in meiner Geseh. der Juden in der Kurpfalz p. 24011. a) Sein!,eben und Wirken ist von mir im Jahrbuch VI. 190ff. und in den Ergänzungen hierzu (Jahrbuch X, 189) geschildert,