Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIII. (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 321)
- Language
- German
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270 dahin beordert hatte. Dieser wagte nun nicht, sich mit den Feinden in eine förmliche Schlacht einzulassen, weil er ihre Menge und ihren verzweifelten Mut kannte, liess aber einzelne Haufen derselben durch seine Unterbefehlshaber angreifen, ihnen keine Lebensmittel zukommen, und sperrte sie ab, und so gelang es ihm endlich zwar langsam, aber desto sicherer, sie zu schwächen, aufzureiben und auszurotten. 14. Nur wenige kamen davon. Fünfzig ihrer festesten Plätze, neunhundert und fünfundachtzig ihrer bedeutendsten Ortschaften wurden zerstört. 580000 kamen in den Ausfällen und Schlachten um. Die grosse Zahl der durch Hunger und Seuchen Umgekommenen lässt sich nicht genau angeben, so dass beinahe ganz Judäa zur Einöde wurde. Schon vor dem Beginn des Krieges, waren sie durch Vorzeichen gewarnt worden. Das Grabmal des Salomo, das bei ihnen hochverehrt wird, fiel von selbst zusammen; Wölfe und Hyänen drangen in Menge heulend in ihre Städte ein. Aber auch die Römer hatten in diesem Kriege bedeutende Verluste, weshalb auch Hadrian in seinem Berichte an den Senat nicht die sonst den Feldherrn gewöhnlichen Eingangsworte vorsetzte: ״wenn ihr und eure Kinder euch wohl befindet, freut es mich, ich befinde mich wohl mit dem Heefe“. Den Severus sandte er jetzt nach Bithynien . . . So kurz dieser Bericht ist, in welchem Jerusalem, Bar Kosiba, Bettir nicht erwähnt werden, so hilft er uns doch die Entwicklung des Krieges sowie seine verschiedenen Phasen vor der Belagerung Bettirs kennen zu lernen. Es ist klar, dass die Einschliessung Bar Kosiba's in Bettir den Römern erst nach dem Eintreffen des Julius Severus aus Britannien mit den anderen hervorragenden Offizieren und dem Herbeikommen grosser Heeresmassen möglich war. Eine gewisse Zeit muss auch nach Ankunft des damals bedeutendsten römischen Heerführers und der aus allen Teilen des Reiches zusammengezogenen Truppen dahingegangen sein, bis nicht Bettir, sondern vor Bettir Jerusalem angegriffen wurde. Wiederholen wir aus dem Bericht des Dio 69, 13: ״Dieser (Severus) wagte nun nicht, sich mit den Feinden in eine förmliche Schlacht einzulassen, weil er ihre* Menge und ihren verzweifelten Mut kannte^ liess aber einzelne Haufen durch seine Unterbefehls־