Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIII. (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 322)
- Language
- German
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871 haber angreifen, ihnen keine Lebensmittel zukommen und sperrte sie ab, und so gelang es ihm endlich zwar langsam, aber desto sicherer, sie zu schwächen u. s. w.a Solange der Römer keine offene Feldschlacht wagte, konnte er selbstredend nicht daran denken, die Hauptstadt des Feindes, Jerusalem, anzugreüen. Längere Zeit muss vergangen sein, bis durch einen aufreibenden Kleinkrieg und Nahrungsmangel der Feind soweit geschwächt war, dass man es wagte, mit den Kämpfen zu beginnen, die Jerusalem wieder in die Hand der Römer bringen sollten. Als endlich Jerusalem erstürmt war, warf sich Bar Kosiba mit seinen übrig gebliebenen Truppen in das feste Bettir. Es steht über jedem Zweifel, dass die Belagerung Bettirs erst sehr lange Zeit nach dem Eingreifen des Julius Severus begonnen haben kann. Nachdem all dieses uns klar geworden, wollen wir den Krieg in zwei Hauptteile zerlegen, und dann werden wir die Überzeugung von der langen Dauer der ganzen Kämpfe gewinnen. Die erste Hälfte währt vom Beginn des Aufstandes bis zur Ankunft des Junius Severus und seiner Sehaaren, die zweite von der Ankunft dieses Feldherrn und der ganzen römischen Truppenmacht bis zur Eroberung Bettirs. Sowohl die erste als die zweite Hälfte des Krieges weisen zwei verschiedenartige Phasen auf. Folgen wir aufmerksam den Worten Dio’s. Von dem ersten Aufflackern der Empörung, der die Anlage mächtiger unterirdischer Befestigungen folgte, bis zu dem Tage, an welchem die Juden sich stark genug fühlten, um den Römern in offener Schlacht entgegenzutreten, muss geraume Zeit dahingegangen sein. Mit den ersten siegreichen offenen Schlachten beginnt die zweite Phase, in welcher man den Gipfel des Erfolges erreichte. In zahlreichen Sehlachten wurden die römischen Heere geschlagen und aufgerieben, Jerusalem wurde erobert, Bar Kosiba wird für 2*/2 Jahre König, lässt Münzen in Jerusalem prägen, ״das ganze römische Reich geriet in Erregung“. Die Erfolge der Juden wurden nun nicht im Nu bekannt; sofort nach dem Bekanntwerden des Erfolges der Empörung hatte die Bewegung der unterworfenen Völker nicht den Rom erschreckenden Umfang angenommen. Auch das Herbeirufen der Heere aus den entferntesten Gegenden und der Transport und das Zusammenziehen derselben erforderte beim Stand der damaligen Verkehrsmittel und Verkehrswege viel Zeit. Zieht man auch nur die Ereignisse