Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIII. (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 316)
- Language
- German
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gar nicht anders sein, als dass die Juden in der zweiten Epoche des Krieges, da ihr Glück eine märchenhafte Höbe erreicht hatte, Jerusalem den Römern entrissen, was ja vornehmstes Kriegsziel war. Dass die römischen Quellen die Eroberung Jerusalems durch die Juden nicht ausdrücklich melden, ist absolut kein Gegenbeweis. Ebensowenig wie Jerusalem erwähnen sie Bettir und Bar Kosiba oder Barkochba. Die jüdischen Quellen berichten uns fast nur von den furchtbaren Folgen des Krieges; denn was besagen die kurzen Zeiten des Erfolges, dem Schlussergebnis gegenüber, Verwüstung des Heiligen Landes weit mehr noch als zur Zeit des Titus, das grauenvolle Blutbad, dem nur wenige entrannen, und die entsetzliehe Religionsverfolgung, die ihresgleichen nicht hat. Es genügt uns, dass der bedeutungsvolle Satz Synhedrin 93 erhalten blieb: ״Und das Königtum Ben Kosiba's währte 21!i Jahre“, ebenso wie die Stelle Synhedrin 97, wo bei מלכות בן כוזיבא שתי שנים ומצה die Zeit der glücklichen Königsherrschaft gemeint ist. In den Ausgaben des Seder Olam ist מלחמת בן בוזיבא שתי שנים ומחצה in מלבות zu corrigieren, wie Raschi zu Synhedrin 97 aus Seder Olam zitiert und wie es auch in der Handschrift De Rossi’s im Meor Enajim sich findet. Die Jahreszahlen des Krieges finden sich nur bei Eusebius. Richtig untersucht und betrachtet, stimmen sie mit allem von uns Behaupteten überein. Des Eusebius Darstellung verfolgt zwei verschiedene Ziele. Seine Hauptaufgabe sieht er in der Darstellung der kirchlichen Verhältnisse, daneben bemüht er sich zu zeigen, dass die Juden hart bestraft wurden. Bei der Darstellung jüdischer Verhältnisse geht er seiner Absicht gemäss über jeden Lichtstrahl hinweg und schreibt nur von den furchtbaren Leiden. Wo kirchliche Angelegenheiten in Zusammenhang mit jüdischen stehen, weiss er gut und genau Bescheid; dagegen von jüdischen Dingen, die für sich stehen, hat er keine sichere Überlieferung und schreibt nur die leidvollen Endergebnisse. Nehmen wir beides zusammen, so zeigt sich uns die wirkliche Gestalt der Dinge. Eusebius Kirchengeschichte IV, 6: ״Wie lange jeder einzelne regierte, habe ich nicht gefunden. Das aber weiss ich, das bis zur Demütigung der Juden 15 waren, alie Hebräer u. s. w. In dieser ganzen Zeit bestand die Gemeinde in Jerusalem nur aus Hebräern, das war von der Zeit der Apostel bis zu den Tagen des Krieges.