Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIII. (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 315)
- Language
- German
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bemerkt dazu, ״wenn auch nach Seder Olam die Herrschaft der Hasmonäer 103 Jahre ausfüllte, so dauerte doch ihr eigentlicher Glanz nur 70 Jahre“. So ist es auch mit den 2*/8 Jahren Königsherrschaft des Ben Kosiba, die eigentliche Glückszeit dauerte nur 21/* Jahre, da er als König in Jerusalem residierte. Für diese Herrschaft in Jerusalem haben wir in den Münzen unwiderlegliche Zeugen. Babii Baba Kama 97: ״Auf Geld, das keinen Kurs hat,( kann man (den 2ten Zehnten) nicht auslösen z. B. wenn er מעות כוזביות ירושלמיות oder Geld der früheren Könige hat. Raschi in seiner ersten Erklärung bezieht das כוזביות auf Münzen des Ben Kosiba, die in Jerusalem geprägt wurden (ממבע של בן כוזיבא וירושלמיות היו). Diese Erklärung findet ihre Bestätiguhg durch Jeruschalmi Maasser Scheni 1, 1. ״ מטבע של מרד כגון בן כוזיבא אינו מחללEine Aufstandsmünze, wie eine solche des Ben Kosiba kann den zweiten Zehnten nicht umwechseln“. Solche Münzen gibt es noch in grosser Zahl. Wir haben hier nicht nötig die Münzen heranzuziehen, bezüglich deren Zeit irgend ein Zweifel geäussert ,wurde. Die mit jüdischem Stempel überprägten Hadrian- und Trajansmünzen, über die kein Zweitel waltet, dass sie dem Ben Kosiba angehören, sie sind vollauf genügend, um die Münzprägung des souveränen Simon ben Kosiba in Jerusalem zu bestätigen 1). Sämtliche nichtjüdischen Forscher sind übereinstimmend der Ansicht, dass Bar Kochba Jerusalem in seinem Besitz gehabt habe. ln der Tat ist dies etwas, was sich von selbst ergibt. Wir haben schon die Stelle des Dio Cassius 69, 12 zitiert, der Aufstand sei dadurch erregt worden, dass Hadrian Heiden in Jerusalern ansiedeln, an der Stelle des Heiligtums einen Götzentempel errichten und Jerusalem Aelia Capitolina nennen wollte. Es kann י) Es ist erstaunlich, dass die Talmudstellen Aboda Sara 52 b und Bechorot 50 a, wo von דינרא הררייאנא טורייני שיפא «abgeriebenen Hadrian- und Trajandenaren“ die Rede ist, nicht herangezogen werden, um erstens darzutun, dass in der Zeit der späteren Amoräer die überprägten Silbermünzen Bar T£osiba’s noch häufig vorkamen, und dann besonders um zu beweisen, dass nicht nur Jerusalem im Besitz der Juden war, sondern auch dass der Altar, wenn auch ohne Tempelbau, an seiner Steile errichtet war und Opfer dargebracht wurden. Denn der Grund, weshalb man diese abpolierten Hadrian- und Trajandenare dem Gebrauch entziehen wollte, war ja ihre mögliche Her״ knnfit aus dem Schekelschatz des Tempels.