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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1920-01-01 · XIII. (1920) · page 264

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIII. (1920)
Date
1920-01-01
Page
– (sequence 264)
Language
German
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Zn heilen, doch verschlimmerte sich dadurch das Leiden derart, dass Jehuda ein ganzes Jahr lang nicht ansgehen konnte1). Da fand sich eine arzneikundige jüdische Frau2), die sich zwei Monate lang mit seiner Heilung erfolgreich beschäftigte, dann aber plötzlieh starb, sodass auch ihre Hilfe nicht ausreichend war. Doch erreichte diese Frau wenigstens so viel, dass Jehuda von nun an in dem Lehrhause seines Vaters die Talmudtraktate lernen konnte. An der Diskussion in der Jeschiwah konnte sich Jehuda damals noch nicht beteiligen3). Ausser Talmud wurde in Deutschland nichts gelehrt, und noch im späten Alter bedauerte es Jehuda, in hebräischer Grammatik und in Bibelexegese keinen Unterricht erteilen zu können, weil er diese Fächer in seiner Jugend nicht betrieben habe, man pflege sie in Deutschland überhaupt nicht zu lernen4). Wegen seines Leidens waren Vater und Mutter in ihrer Erziehung Jehuda gegenüber sehr nachsichtsvoll, züchtigten ihn nie und wiesen ihn auch nie zurecht5). So wuchs Jehuda heran, bis er Bar Mizwoh wurde, was in den damaligen Zeiten nicht nur die religionsgesetzliche Grossx) Jebudas Testament S. 342. Steinschneider in der Bibliotheca Mathematica 1898 p. 10; Weiss דור דור ורורשיך v4,122. 2) Steinschneider setzt diese *anonyme Ärztin״ in der ZfbB. 1914, 73 *ca. 1276?״ an. Nach der Quelle (Jehudas Testament a. a. 0.) starb sie 1274. In der Wiedergabe dieses Berichtes über die Krankheit Jehudas bei Gedalja ibn Jachja, שלשלת הקבלה, war diese Ärztin keine Jüdin, sondern eine Zigeunerin! ף jehudas Testament a. a. 0.: ומאז למדתי המסכתות שהיה מגיד אאז״ל בישיבה כפי השגתי בלבד לא בקושיא ותשובה. Demnach haben sich andere Kinder in diesem Alter (vor dem 13. Lebensjahre) schon am Pilpul ־ beteiligt. 4) Daselbst S. 344 gibt Jehuda seinen Söhnen den Bat: תקבעו עתים DJ ללמוד הפסוק בדקדוק ופירוש ולפי שבקטנותי לא למדתי אותו כי לא הורגלו ללומדו באשכנז לא יכולתי ללמדו בכאן. Siehe Güdemann, Geschichte des Erziehungswesens III, 68—69. Nach diesem Berichte erscheint es sehr zweifeihaft, ob das Lehrgedicht über die Vokale von Mardochai b. Hillel (abgedruckt bei Kohn, Mardochai, Beilage II) wirklich von dem bekannten Halaehisten dem Kollegen Ascher b. Jechiels, stammt, wie Kohn a. a. 0. S. 481. meint, oder nicht vielmehr einem gleichnamigen Spanier angehört, da der Verfasser spanische Quellen benutzt. 5) jehudas Testament s. 343: ובשביל חוששת עיני עזבוני אבי ואמי לעשות כל הישר בעיני ולא יסרוני ג□ לא הוכיחוני.

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