Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIII. (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 263)
- Language
- German
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212 VI. Jehuda b. Ascher1). Als Jutta, Ascher b. Jeehiels Frau, guter Hoffnung war, soll ihr im Traum einst die Frage vorgelegt worden sein, ob der vierte Sohn, der ihr bestimmt sei, klug oder reich werden solle. Sie habe für ihn Weisheit erbeten2 *). Am Montag, den 28. Juli 1270 8), dem Gedenktage der Zerstörung des Tempels, gegen Abend wurde Jehuda b. Ascher zu Köln4 *) geboren. Kaum drei Monate alt, bekam das Kind ein Augenleiden, an dem Jehuda sein ganzes Leben hindurch schwer zu tragen hatte. Eine Frau machte, als Jehuda drei Jahre alt war, den Versuch, die Augen Jakob b. Ascher in den Turim seine Jahreszahl (1329) angibt! — Der ganzen Anlage nach scheint cs sich um einen Auszug aus einem anderen Werke zu handeln. So beginnt S. 11 Nr. 2 und S. 13 Nr. 4 mit den Worten וכיון שהוכחתי bezw. לוהשתא דאוכחנא Obwohl vorher nichts bewiesen wurde! Zunz, Steinschneider und Halberstam nehmen an, dass es sich um einen Auszog aus dem התרומה ,D handelt (siehe Steinschneider, Katalog Mönchen Nr. 146 und die Angabe des Herausgebers auf der Rückseite des Titelblattes) Dann wären die הלכות א״י mit התרומה 'D קיצור cod. Michael 698 zu vergleichen. ג) Seinen Namen bekam Jehuda von einem Urahnen her, weshalb auch auf Jehudas Grabstein in אבני זכרון Nr. 5 seine Genealogie gerade bis auf diesen Jehuda, den Vater Eljakims, zurückgeführt wird. Die Worte איש חיל, die Jehuda b. Ascher in seiner Unterschrift in 1885 בית תלמוד S. 375 hinter seinen Namen setzt und die Schechter (daselbst Anm. 28) unverständlich sind bedeuten ארך ימים שנות חיים יוסיפו und beziehen sich auf den Vater Ascher, der damals noch amJLeben war. Über diese Euphemie siehe J. Frei־ mann, ללקט יושך Berlin 1904, Einleitung S. XXII Anm. 73. Vgl. auch Isak b• Immanuel de Latas EGA. p. 45; Hirschfeld, Descript. Catal. p. 115; Rabbinovicz, Katalog Merzbacher, cod. ms. 56 und ZfbB. 1905, 181. 2) Jehudas Testament S. 342. s) Das Geburtsjahr ergibt sich aus Jehudas Testament S. 372: ואני כבן ט״ו שנה באתי לטוליטלה בר״ח אייר שית מ^ה. Die Angabe des Tages ist in Jehudas Grabschrift אבני?כדון Nr. 5 korrumpiert. Siehe die Verbesserungs- Vorschläge von Luzzatto daselbst p. 8 Anm. 1 und von Cassel in seiner Einleitung zu זכרון יהודה P* 2 Anm. — Die richtige Lösung gibt Schechter in בית תלמוד S. 341, wonach in Jehudas Grabschrift statt ליום ששי wie es אבני זכרון ייי keisst, יום שלישי zu lesen ist. Es handelt sich also um den Vorabend zu Dienstag. — Vgl. auch Winter und Wünsche, Die jüdische Literatur H, 436 Anm. 1 gegen das Datum bei Grätz. 4) Siehe Jahrbuch XH, 244, wonach Ascher b. Jechiel von c. 1266—1281 in Köln wohnte.