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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1920-01-01 · XIII. (1920) · page 253

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIII. (1920)
Date
1920-01-01
Page
– (sequence 253)
Language
German
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IRI
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202 * französischen als auch der spanischen Eitualwerke seiner Vorgänger, hat Jakob b. Ascher in seinem Kodex dem Minhag aller Länder in gleicher Weise Rechnung getragen. Während ferner die Gebetordnung im Mischne Thora palästinensisch1), die des Semag französisch gefärbt ist, trägt Jakob b. Aschers Ritualkodex einen allgemeinen, weltjüdischen Charakter. Mit seinen Turim hat Jakob ein Gesetzbuch geschaffen, das — für ganz Israel bestimmt — für Allisrael aueh Geltung hatte. Während alle nachgaonäischen Gesetzbücher bis auf Jakob b. Aschers Zeit mehr oder weniger den Charakter der Heimat ihres Verfassers, also das Gepräge eines Landes, an sich trugen und darum meist nur in diesem unbedingte Anerkennung fanden, wehte in dem neuen Gesetzbuche des Baal ha־Turim alljüdischer Geist. Nicht von den Juden dieses oder jenes Landes, sondern zwischen Wolga und Tajo, zwischen Themse und Nil, wo immer nur Juden ihr Golusleid trugen, ward Jakobs Kodex daher angenommen und befolgt: Die Turim wurden Volksbesitz und Volksgesetzbuch der gesamten Judenheit2)* * Aus ihnen holte der Sephardi die ihm massgebende Ansicht des Maimonides, der Aschkenasi die für ihn verbindliche Entscheidung Ascher b. Jechiels, der Katalonier die von ihm alleinig anerkannte Meinung Salomo b. Adereths heraus, aus ihnen schöpften die Juden jedes Landes die Kenntnis ihres Minhag, denn alles war in diesem Riesenwerk vereint. Die heissen Kämpfe zwischen Sephardim und Aschkenasim im XVI. und XVII. Jahrhundert spielten sich durchwegs auf der gemeinsamen Plattform, auf der einheitlichen Grundlage der Turim ab. Josef Karo, Mose Isserles, Josua Falk und Joel Sirkes, sie alle gingen von den Turim aus, die sie mit ihrem Kommentar versahen. Die Turim sind der letzte Kodex, der gleich der Mischna und dem Talmud für die gesamte Judenheit restlos verbindlich ward. Jakob b. Aschers Bedeutung liegt weniger auf dem Gebiete, der Dezision, denn darin war sein Vater ihm bei weitem überlegen; sie beruht auch nicht so sehr auf seiner kodifikatorischen Leistung, denn auch hier wurde er von Späteren überholt. Jakob b. Aschers ף Elbogen, Der Ritus im Mischne Thora, in ״Moses ben Maimon“, Band I, 319 f. *) Siehe Samnel de Modena RGA. (רשך״ם) II Nr. 68, daraus RGA. תורת אמת Nr. 109. Josua Falk, סמ״ע Einleitung.

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