Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIII. (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 250)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/3486266-3486291--5434-3491805- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
gaonäischen Gesetzbücher und Entscheidungen endlich gingen van den babylonischen Hochschulen aus, welche die höchste geistige Instanz der damaligen Judenheit bildeten. Mit dem Untergange des Gaonats fehlte in Israel ein geistiges Zentrum als gesetzgebende Körperschaft. Da ward die Einheit der Lehre allmählich durchbrochen, weil ihre Auslegung dem subjektiven Urteile der Rabbiner — seltener einzelnen Landessynoden ־— anheimgestellt blieb. Der gleichzeitige Blütestand der Halachaforschung vom XI. bis ins XIII. Jahrhundert in Spanien, Frankreich und Deutschland zeitigte das Ergebnis, dass es ״so viele Thoroth wie Länder“ gab1). Die Sephardim stützten sich auf ihre Dezisoren und schätzten die französische Dezision gering. Die Franzosen wiederum wiesen den Spaniern auf Schritt und 1Tritt Irrtümer bei ihren Halachisten nach. So bildete es sich mit der Zeit heraus, dass verschiedene Länder auch verschiedene Kodizes zur Rechtssprechung benutzten: In Spanien wurde nach Alfasi und Maimonides, in Frankreich nach Ittur und Semag, in Deutschland, welches mit Frankreich stets in engster Fühlung war, nach Eben ha-Eser, Abi ha-E8ri und Or Sarua entschieden2). Nachdem Salomo b. Adereth in Spanien den Boden für eine Vereinigung der Iranzösischen und spanischen Dezision bereitet hatte, ward es Ascher b. Jechiel möglich, die Vereinheitlichung der Halacha wissenschaftlich anzubahnen. Ascher b. Jechiel, dem es durch eine besondere Fügung vergönnt war, die Gewissenhaftigkeit der deutschen Gesetzeslehrer und den Scharfsinn der französischen Tossafisten mit der philosophisch-geschulten Denkweise der Spanier zu vereinen, hat sein Ziel, die Vereinigung der deutsch-französischen *) Josef Karo, Einleitung zu בית יוסף über Tur Orach Chajim: . . . ואזלת יד התורה ולומדיה כי לא נעשית התורה כשתי תורות אלא בתורות אין מספר לסבת רוב הספרים הנמצאים בביאור משפטיה ודיניה. Ähnlich Salomo Lurja,ים של שלמה לחולין Einleitung: . אלא שריבתה מהם המבוכה והתורה לא נעשית כשתי תורות אלא כתרי״ג תורות מרוב ריבוי המחלוקות, über die wesentlichsten Unterschiede zwischen der deutschen und spanischen Halacha siehe Tschernowitz, Die Entstehung dea Schulchan-Aruch S. 81 f. ») Salomo Lnrja a. a. 0.: יכל אחד בונה במה לעצמו וכאילו כף מאזני צדק בירי ובשקל הקודש הוא שוקל וכמכריע כלסי כף זכותו ולעומתו ברוך יאמר הספרדי אומר לעולם צדקו דברי המחברים אם הוא מן הספרדים ובפרט דברי הרמב׳ם ... וכל חכמי הצרפתים כקליפת השום נגדו....