Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIII. (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 249)
- Language
- German
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193 Vor1 * *), und auch im Orient — versichert Asnlai — haben viele Gelehrte im Kreise ihrer Hörer eigene Schiurim zum Tarstudium festgesetzt9). Jakob b. Ascher gehört zu den volkstümlichsten Persönlichkeilen der jüdischen Geschichte. Seine Turim wurden zu einem der verbreitetsten wie seine Gematriaoth zum Pentateuch zu einem der beliebtesten jüdischen Werke. Noch heute sind im Osten Sagen über den Baal ha-Turim im Umlauf, und wie von jedem grossen Manne, so wird auch von Jakob b. Ascher erzählt, wie klug er schon als Kind gewesen. Einst habe Ascher b. Jechiel, so lautet eine solche Sage•), seine Söhne prüfen wollen, welcher von ihnen am klarsten und folgerichtigsten denke, und er fragte sie: ״Wohin schlägt man den Nagel?“ Der eine Sohn meinte: in die Wand, der andere: in die Tür, ein dritter: in den Balken, der kleine Baal ha-Turim aber sagte: ״Den Nagel schlägt man auf den Kopf". Da habe ihn der Vater geküsst und ihm verkündet, er würde einst ein grosser Mann in Israel! * 5. Jakob b. Aschers Bedeutung. Die Einheit des Judentums beruht auf der Einheit seines Gesetzes, letzten Endes also auf dem Vorhandensein eines vom ganzen jüdischen Volke anerkannten Gesetzbuches. Die Mischna hatte ihre Anerkennung als Gesetzeskodex auf parlamentarischem Wege, auf einem Kongresse gelehrter Männer gefunden4). Die allgemeine Autorität des babylonischen Talmuds gründet sich auf der restlosen Annahme desselben durch Gesamtisrael5 * *). Die l) Nathan Nata Hannover, ליון מצילה gegen Ende des Buches. Siehe Eisenstein, איצר ישראל V, 234. שם הגדולים (י ed. Benjacob 11 p. 29 b: וכמה גדולים עשו קביעות •ללמוד טור ובית יוסף עם חבירים מקשיבים ף Benjamin Lewin, לחמש ידית Deraschoth zum Pentateuch Teil I, Wilna 1904, p. 56a (zu ייגש)• 4) Nach Maimonides,;Einleitung zum Mischne Thora, Ziemlich, Plan and Anlage des Mischne Thora S. XIV (Moses ben Maimon 1, 261). ף Blau, Das Gesetzbuch des Maimonides historisch betrachtet S. XXII (Moses b. Mahnen II, 352).