Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1920-01-01 · XIII. (1920) · page 248

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIII. (1920)
Date
1920-01-01
Page
– (sequence 248)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3486266-3486291--5432-3491803
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

19 i was ein Jahrhundert, vorher schon Jakob Landau festgestellt hatte, dass man sich nämlich in ganz Deutschland unbedingt nach Ascher b. Jechiel und dem Baal ha־Turim richte1). Erst als die Kommentatoren des Schulchan Arueh den Text des Gesetzbuches des Jose! Karo und Mose Isserles mit einem ausreichenden wissenschaftlichen Apparate, den Quellen und Kontroversen der Risehonim, versehen und damit den ״Beth Josef“ entbehrlich gemacht hatten, begann auch Jakob b. Aschers Kodex an praktischer Bedeutung zu verlieren, und nur vereinzelte Stimmen Hessen sich vernehmen, die der Tätigkeit der Schulchan-Aruch- Glossatoren Einhalt gebieten wollten. Es war dies besonders R. Aron Samuel Kaidenower (ca. 1667) in Frankfurt am Main, der an seinen Gegner Samuel ha־Levi schrieb, er solle all die Werke der Aoh'ronim, wie ש״ך und טורי זהב verkaufen und sich an deren Stelle vier Turim mit dem ״Beth Josef“ besorgen!* *) Joel Sirke8 versuchte um dieselbe Zeit, den einseitig sephardischen Turkammentar des Josef Karo durch einen neuen zu ersetzen, um die Turim wieder zum alleinigen Gesetzbuche der ganzen "Golah zu machen*). Aber die Mehrzahl der Rabbiner des XVI. Jahrhunderts griff in der Praxis nicht mehr auf die Turim zurück. Sie waren durch die Glossatoren des Schulchan Aruch, die denselben zu einem Gesetzbuche nach dem System der Turim gemacht hatten, aus der Praxis nach und nach verdrängt4) und — gegen die Bestimmung des Verfassers — zum Lehrbuche geworden, wozu sie nunmehr durch die verschiedenen Kommentare auch durchaus geeignet waren. Schon vor 1648 trug Jakob Pollak in seiner Krakauer Jeschiwah — der ersten polnischen Jeschiwah überhaupt — alljährlich zwischen שבועות und dem 15. Ab vor verheirateten Männern Halachoth aus den Turim ף rga. משאת בנימין Nr. 17. *) RGA. נחלת שבעה Nr. 50: יש למעלתו למכור ספריהם (של p על הט״ז ווזש״ך) ולקנות ד׳ טורים עם הבית יוסף• siehe Asuiai, מ שם הגדולים p. 29 b und die Zeitschrift הגק> herausgegeben von Rabbinowicz, Petersburg 1898, S. 95. 8) Einleitung zu בית חדש• Siehe Tscheralpritz, Die Entstehung des Schulchan-Aruch, Bern 1915, S. 60. 4) הנהן ed. Rabbinowicz a. a. 0. (gegen Grätz). \

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.