Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIII. (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 247)
- Language
- German
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196 läge seiner berühmten, umfassenden Glossen בית יוסף wählte. Diesen Tarkommentar machte Josef Karo zur Quellensammlung und zur wissenschaftlichen Basis für seinen Schulchan Aruch. Der Schulchan Aruch, das für uns massgebende Religionsgesetzbuch, hält sich in seinem Aufbau und in seiner äusseren Anlage vollkommen an den Kodex Jakob b. Aschers. Bald erstand auch im Occident ein neuer Kommentator der Turim, Mose Isserles, und fügte den Glossen Josef Karo’s auch das hinzu, was an Entscheidungen und Bräuchen für Deutschland und Polen — abweichend vom Orient — in Frage kam. Seit dieser Zeit ward Jakob b. Aschers Werk zur ersten Quelle des jüdischen Gesetzes, und jeder, der ein halachisches Urteil zu fällen hatte, nahm es in erster Linie zur Hand; denn ohne Turim zu entscheiden galt geradezu als Frevel!1) Josef Karo hatte es ja ausdrücklich zur Bedingung für die praktische Benutzung seines Schulchan Aruch gemacht, dass man vorerst seinen ״Beth Josef“ studiere, damit man nicht zu einem falschen Urteil käme י). Die grössten Gelehrten der Zeit schrieben seitdem unzählige Erläuterungen und Glossen zu Jakob b. Aschers Werk3). Nur ein einziger Mann dieser Epoche, der in der Halacha stets seine eigenen Wege ging, R. Salomo Lorja, behandelte die Turim nicht mit der Anerkennung und Wertschätzung wie die übrigen Zeitgenossen. Er ging bei einer Darstellung der Geschichte der Halachakodifikation mit Stillschweigen über sie hinweg, als ob sie ernstlich für die Dezision gar nicht in Frage kämen4), ja er erlaubte sich zuweilen gegen Jakob b. Ascher und seinen Vater ein abfälliges Urteil5), wie es schon ein Isak b. Schescheth nicht geduldet haben würde. Aber dennoch wiederholte sein Schüler Benjamin Aschkenasi bald darauf dasselbe, י) Asuiai, שם הגדולים ed. Benjacob n p. 57 b: ,ולגודל ׳ נשמתו [של הטור] ונשמת מרן זכו שכל, מידה הוראה בריש כל מראי״ן לקוחים הם בידו •טור ובית יוסף ומבלעדם לא ירים איש את ידו בהוראה י) Josef Karo RGA. zu Eben ha-Eser. Siehe Jomtob Lipmann Heller, Einleitung zu seinem מעדני מלך über פסקי הרא״ש לברכות und Asuiai, שם 0 •« הגדולים. Vgi.יד מלאכי n p• 184b Nr. 1. *) Siehe Asuiai שם הגדולים I P• 86: Michael, 490 .8 אור החיים; Weiss דור דור ודורשיו v, 118 Anm. 3. 4) Siehe seine interessante Einleitung zu ים של שלמה zu חולין• *) Daselbst zu Abschnitt I Nr, 32. Siehe Dembitzer, כלילת יופי» Krakau 1888, Einleitung p. 11a Anm.