Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIII. (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 236)
- Language
- German
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185 hinzielenden Gehalts zusammengefasst werden. Die Anordnung ,des Stoffes in diesem Teile ist zumeist dem תורת הבית des Salomo b. Adereth entlehnt1). Der dritte und vierte Teil behandelt das jüdische Recht, und zwar nach der alten Zweiteilung der Miscbna, die das Eherecht vom übrigen Rechte trennt. Während also der dritte Teil, Eben ha־Eser, im Aufbau dem נשים 'D des Mischne Thora gleich, die Ehegesetze behandelt, hat der vierte Band, Ghoschen Mischpat, das übrige jüdische Recht zum Thema. Die Grundlage dieses letzten Bandes bildet das התרומות 'D des Samuel b. Isak ha-Sardi2). Was nun die Anordnung des Stoffes in den einzelnen Bänden betrifft, so zeigt Jakob b. Ascher uneingeschränkte Selbständigkeit bei der Schaffung neuer Titel und der Konstruktion neuer ״Halachoth“. Die Gruppierung 1des Gesetzesstoffes bei Jakob b. Ascher ist, weil er sich nicht an die biblische Reihenfolge der zu einem Halachagebiet gehörigen Thoragebote hält, welche Maimonides doch möglichst einzuhalten suchte, praktisch brauchbarer als die des Mischne Thora. Während zum Beispiel Maimonides bei der Einteilung des jüdischen Rechts mit dem Strafrecht beginnt und zuletzt erst das Gerichtswesen und Gerichtsverfahren behandelt, stellt Jakob b. Ascher die Vorschriften über die Gerichtsordnung an die Spitze und behandelt das Strafrecht an letzter Stelle, wie es doch sachlich gerechtfertigt ist3). Überhaupt führt uns schon das äussere Gesamtbild des Werkes Jakob b. Aschers, die eng gegliederte Aufeinanderfolge des häufig in den Tagen Maimuni's noch gar nicht vorhanden gewesenen Stoffes nnd die innere logische Verbindung jedes einzelnen Kapitels, die Turim als ״eine autonome Schöpfung eines reichbegabten Geistes“ entgegen4), und es wird!) Daher finden wir hier überall eine Gegenüberstellung von Salomo b. Adereths und Ascher b. Jechiels Meinung. ף Buchholz in MS. 1864, 251. 3) Einen kurzen Vergleich zwischen dem System Jakob b. Aschers und demjenigen seines Zeitgenossen Jerucham b. Meschnllam gibt Weiss, ךןך ךץך ורורשיו v, 121 Anm. 7. Aus der Gegenüberstellung ist ersichtlich, um wieviel logischer und organischer der Aufbau der Turim ist als das System in .תולדות אדם ורווה 4) Bachholz in MS. 1864, 254. Siehe daselbst die Bemerkung Z. Frankels gegen Grätz!