Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIII. (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 228)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/3486266-3486291--5412-3491783- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
177 Responsen Ascher b. Jechiels verzeichnet war, hinweisen. Am der Praxis seines Vaters konnte er am besten wissen, ״was die Welt so dringend braucht‘4. Bfei der Anlage seines Gesetzbuches war Jakob b. Ascher weitsichtig genug, sich von vornherein nur ein Ziel zu stecken: die Schaffung eines Handbuches des Religionsgesetzes für die halachische Praxis, und nicht wie Maimonides zu versuchen, sein Gesetzbuch zugleich zum Lehrbuch der Halacha auszugestalten. Der Hoffnung, dass man sich durch ein Corpus juris, wie es Maimonides in seinem Mischne Thora schuf, auch ohne Talmudkenntnis in den Besitz der ״mündlichen Lehre״ setzen könnex), hat sich Jakob b. Ascher gar nicht erst hingegeben• Er schaltet daher in seinem Werke grundsätzlich alles aus, was auf die religionsgesetzliche Praxis im Exile ohne Einfluss ist2), ץ und belastet das Werk nicht mit wissenschaftlichen Abhandlungen, die wohl in ein Lehrbuch, aber nicht in ein Gesetzbuch gehören. Ein vorzüglicher Kenner von Jakobs und seines Vaters Werken glaubt sogar aus dem ganzen System der Turim entnehmen zu können, dass ihr Verfasser sein Werk nur nach vorangegangenem Studium der Halachoth seines Vaters benutzt wissen wollte ף. Der Lehre sollte eben R. Aschers Werk dienen, dem Leben dasjenige seines Sohnes. 2. Jakob b. Aschers Quellen und seine selbständige dezisorische Tätigkeit. Wie Maimonides in seinem Gesetzbuche stets auf die Thora zurückgeht, so greift Jakob b. Ascher auf die talmudische Quelle *) Maimonides in seiner Einleitung zum Mischne Thora. Vgl. Ziemlich in Moses ben Maimon, Band I, 257 und M. Guttmann, daselbst Band II, 312. 2) Schon in der Einleitung zu Orach Chajim schreibt Jakob b. Ascher: סדר יום השבת ... והלכותיו המותרים והאסורים אבל חיוב חטאת לא רציתי להאריך בו! Das Prinzip, nur die דינים הנוהגים בזמן הזה »» fizieren, ist bei Jakob b. Ascher bereits streng durchgeführt und selbst dort, wo eine Bestimmung heute scheinbar keine praktische Bedeutung mehr hat, lässt sich eine solche dennoch nach weisen. Siehe Isak Lampronti, פחד יצחק s. v. בעל הטורים f- 40 c. 8) Jomtob Lipmann Heller in der Vorrede seines Kommentars מעדני מלך zn Ascher b. Jechiels Halachoth über ברכות. Jahrb. J, L, G. XIII. 12