Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIII. (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 227)
- Language
- German
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176 Wie Maimonides seinen Mischnakommentar, so schrieb Jakob b. Ascher seine Auszüge aus dem grossen Werke seines Vaters, ehe er an die Abfassung der Turim ging. Das Werk des Vaters konnte er in seiner ursprünglichen Fassung nicht benutzen, weil es nicht übersichtlich genug war. Diese Arbeit, die Kürzung der Halachoth Ascher b. Jeehiels, war für die systematische Bearbeitung ihres Stoffes unerlässlich, und auch Jakobs Zeitgenosse und Bivale als Kodifikator des Gesetzes, Jerucham b. Meschullam, musste, ehe er an die Ausarbeitung seines Kompendiums ging, Auszüge aus B. Aschers Werke anlegen, soweit er nicht bereits ^ie Auszüge Jakob b. Aschers besass1). Wie wir aus einigen Andeutungen Jakob b. Aschers ersehen, ging sein Gesetzbuch aus jahrelanger, eifriger Sammeltätigkeit hervor. Schon in seiner Einleitung vergleicht er sich mit einem Sammler, der hinter den Schnittern einhergeht, bald hier bald dort •zwischen den Garben Ähren lesend2). Aber auch aus der Lehrmethode, die er seinen Kindern auf Grund eigener Erfahrung empfiehlt, ersehen wir, wie sein grosses Werk entstanden ist. Er empfiehlt es, dass man beim Talmudunterricht aus jedem Traktate die vereinzelten Lehrsätze herausschreibt und die verstreuten Halachoth unter gemeinsamen Gesichtspunkten zusammenfasst. Er ermahnt seine Kinder, eifrig nach Gesetzeskompendien zu suchen, wie sie die Welt benötigt, und sich eingehend und tief mit ihnen zu beschäftigen5). An Stelle einer eigenen rabbinischen Praxis, aus der sonst die meisten Halachakodizes hervorgegangen sind, die aber Jakob b. Ascher wahrscheinlich nur in geringem Masse besass, konnte Jakob auf die ungeheuere Praxis seines Vaters, die er mit Aufmerksamkeit verfolgt hatte und die zum grossen Teile in den *) Siehe (die Einleitung zu Jeruchams 0‘ מישרים (nachzutragen im Jahrbuch xii, 307). Vgl. Weiss,דור דור ודורשין v, 116. ף Jakobs Einleitungen zu seinen Turim. Vgl. Carlebach-Festschrift S. 217. Die Worte sind natürlich nur Ausdrücke dar Bescheidenheit, zeigen aber doch zugleich Jakob b. Aschers Methode bei der Anlage de» Werkes. s) Jakob b. Aschers Testament in 1885 בית תלמוד S. 379: והוי זהיר להאריך ולהעמיק ולחפש אחר כל הספרים בדרך פסק ההלכה בדבר הצריך לעולם ובכל מסבתא שתלמוד תכתוב מעט בכל מן הפוסקים. ימן ההלכות המעורבבות כתוב הכללים כדי שיהיו בידיך ואם (תספר!) [תספק] באחר מהם תמצאם במום האחרת •, siehe weiss a. a. 0. s. 119.