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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1920-01-01 · XIII. (1920) · page 224

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIII. (1920)
Date
1920-01-01
Page
– (sequence 224)
Language
German
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173 Aber nicht nur der systematisierende Geist war es, der Jakob b. Ascher befähigte, Kodifikator des Gesetzes zu werden. In Jakob b. Aschers Ahnensaale reihte sich, bis ins X. Jahrhundert zurückreichend, ein Richter an den anderen. Von R. Gerschom Meor ha-Golah angefangen1), gehörten Jakobs Vorfahren zu den bedeutendsten Halachisten der nachgaonäischen Zeit. Jakob b. Ascher war also zur kodifikatorischen Geistestätigkeit gewissermassen prädestiniert. Zu diesem psychologischen Momente kommt noch ein anderes. Jakob b. Ascher hatte ״von des Vaters Geistesquellen genossen“ 2) und wusste somit in; R. Aschers Lehrmeinungen besser Bescheid als jeder andere. Sr hatte Gelegenheit, den Vater über alle seine Zweifel zu befragen und konnte beobachten, wie Ascher b. Jechiel seine halaehischen Ansichten in die Praxis umsetzte3). Nicht nur was Umfang und Mannigfaltigkeit des Gesetzesstofifes betrifft, der sich aus der reichen Praxis ergab, welche Jakob in seinem Vaterhause wie nirgendwo anders zu beobachten Gelegenheit hatte, sonderndem Werte und inneren Gehalte nach, was Zuverlässigkeit und Genauigkeit der rezipierten Halaeha betraf, war die Ausbildung Jakob b. Äschers zum Kodifikator der Halaeha in der Schule seines Vaters die denkbar beste. Jakob b. Ascher hatte als Schöpfer eines neuen Kodex nicht mehr so viel mit dem Stoffe zu ringen wie seine Vorgänger. Er war im Wesentlichen nicht der Verkünder und Verbreiter seiner eigenen Dezisionen wie Maimonides und brauchte deshalb den von ihm kodifizierten Gesetzen und als massgebend bezeichneten Ansichten nicht erst־ Geltung zu verschaffen, denn Geltung hatten sie schon dadurch, dass sie von einem Ascher b. Jechiel stammten. Jakob ף Siehe Jahrbuch XII, 238. ף Simeon Duran rga. 111 Nr. 86: ־ * שהרי הוא [הטור] מימי הרא״ש ז״ל אביו הוא שתה. •) Dennoch finden wir oft genug, dass Jakob b. Ascher in der Meinung seines Vaters nicht genau Bescheid weiss und über dieselbe Vermutungen austeilen muss, indem er schreibt: לכן יראה1'םלשון א״א ץי'ל oder לב"כ א״א הרא״ש ז״ל ואיני יודע למה * dergl. Siehe z. B. Tut או״ח Nr. 211, 299, 319, 433, 447, 501, 533, 540, 647; וץ״ך Nr. 30, 86, 125, 172, 217, 358; אח״ע Nr. 17, 85, 102 u. s. w. Bei anderen Halachisten sind solche Stellen natürlich in erheblich grösserer Anzahl ] nachweisbar als bei Jakob b. Ascher, der die Meinung des Vaters doch immerhin am besten kennenjoausste.

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