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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1920-01-01 · XIII. (1920) · page 223

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XIII. (1920)
Date
1920-01-01
Page
– (sequence 223)
Language
German
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IRI
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172 hatte sein ganzes Leben, seine besten Kräfte daran gesetzt, nur erst einmal die theoretische, mit den neuesten Ergebnissen der damaligen Forschung übereinstimmende Grundlage für die halachische Praxis zu schaffen. Sein Lebenswerk konnte also noch kein praktisches Gesetzbuch, sondern nur die wissenschaftliche Basis für ein solches sein. Eben deshalb konnte und musste Ascher b. Jeehiel sich in der Form an den Talmud, die autoritative Quelle des Gesetzes, halten1). Für die Praxis aber war R. Aschers Werk — das hatte die Erfahrung mit Alfasis Kodex zwei Jahrhunderte vorher gezeigt — längst nicht mehr geeignet. Denn um sich in R. Aschers Halachoth zurechtzufinden, musste man vorerst den ganzen Talmud beherrschen. So war denn eine systematische Bearbeitung des Halachastoffes für die Praxis ein Gebot der Zeit und ein Sohn Ascher b. Jechiels sicherlich der berufenste Herold der Dezisionen seines Vaters. Jakob b. Ascher, der zwar in der unsystematischen, aber desto scharfsinnigeren Lehrmethode der Tossafisten aüfgewachsen war und in seiner deutschen Heimat zumeist Gesetzbücher in dem breitspurigen Stile eines Elieser b. Joel ha־Levi und Isak Or Sarua kennen gelernt hatte, gewann in Spanien eine solche Vorliebe tür die wissenschaftliche, systematisierende Schule Mose b. Maimons und Salomo b. Adereths, dass er sich von der tossafistischen Richtung vollständig abwandte. Er hatte mit Maimonides, dem grossen Systematiker der Halacha, den Zug gemein, dass er gleich jenem eine entschiedene Abneigung gegen die dialektische Methode zeigte. Seinen Söhnen gab er auf den Lebensweg die Weisung mit, nicht Zeit und Mühe mit unnützem Disputieren zu vergeuden. Das täten die Leute nur aus Selbstgefälligkeit, um sich einen Namen im Lehrhause zu erwerben2). In der Abneigung gegen die Dialektik beeinflusste und bestärkte ihn sicherlich sein damaliger Mitbürger von Toledo, Isak Aboab, der die dialektische Lehrmethode mit vielem Spott literarisch bekämpfte3). x) Josua Falk, יסמ״ע Einleitung. Daher aber auch andererseits das Weglassen des für die Praxis im Exil nicht in Frage kommenden Stoffes durch Ascher b. Jeehiel! 2) Jakob b. Aschers Testament in 1885 בית תלמוד S. 379: ולא תאריך ולא תעמיק בדברי קושיות שלא לצורך כי אינם עושים רוב בני אדם כי אם לקנות שפ¬¬¬• 8) In seiner Einleitung zu מנורת המאור

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