Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIII. (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 222)
- Language
- German
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iii Vorarbeit für die Literaturprodukte, welche das XIV. Jahrhundert hervorgebracht. Einer abschliessenden wissenschaftlichen und quellenmässigen Bearbeitung des talmudischen Gesetzes unter Berücksichtigung der halachischen Literatur der gaonäischen und rabbinischen Periode bis zum Abschluss der Tossafistenschule unterzog sich Ascher b. Jechiel. Mit seinem Lebenswerke, den Halachoth zum Talmud, hat Ascher b. Jechiel das gesamte geistige Gut dieser Literaturperiode in Sicherheit gebracht. Wie Isak Alfasi aus der Geistestätigkeit der gaonäischen Epoche, so hat Ascher b. Jechiel aus der Arbeit der Tossafistenschule die Summe gezogen. Und so wiederholte sich denn nach Ascher b. Jechiels Tode derselbe Vorgang, der zweieinhalb Jahrhunderte früher stattgefunden hatte; wie damals, als Alfasi den Talmudtext gesichtet und mit der traditionellen Auslegung der Gaonen versehen hatte, eine Zeit mehrfacher Kodifikation der Halacha anbrach1 2}, so war jetzt, da Ascher b. Jechiels Lebenswerk vorlag, — ein kurzgefasster Talmud, um die Ergebnisse der halachischen Forschung der Tossafisten und Dezisoren bereichert, — gemäss der Analogie der Geschichte ein neuer Halachakodex fällig1), und es beruht sicherlich nicht auf Zufall, dass sich fast unmittelbar nach Ascher b. Jechiels Tode in einem kurzen Zeitraum von nur fünfzig Jahren nicht weniger als fünf spanische Halachisten in der Kodifikation der Halacha versuchten3). In diesem Wettbewerb um die Schafiung eines neuen Gesetzbuches trug unser Jakob b. Ascher unzweifelhaft den Sieg davon. War also die Kodifikation der Halacha eine historische Notwendigkeit. so hatte Ascher b. Jechiel selbst dem Mangel an einem abschliessenden Kodex nicht abzuhelfen vermocht. Ascher b. Jechiel *) Kompeneilen aus dieser Zeit, wie ס, עיטור« משנה תורה« ס, העתים הלכות הרי״ץ גיאות, sind zusaminengestellt bei Bucbholz in der MS. 1864,201 fl. Siehe Moses ben Maimon. Sein Leben, seine Werke und sein Einfluss. Herausgeg. von der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums, Band II, Leipzig 1914, S. 850 Anm. 2. 2) Siehe Blau, Das Gesetzbuch des Maimonides historisch betrachtet, S. VH (Moses ben Maimon II, 337). 1 *) Zwischen 1327 und 1373: Aron ha-Cohen ans Lunel, ארחות ךןוים; Jeracham b. Meschullam, מישרים ußd תולדות אדם וחוה; hsak Aboab, ארון העדות und שלחן הפנים (siehe Einleitung zu מנורת המאור); Jakob b. Ascher, ארבע טורים; Menachem b. Seracb, צירה לדרך•