Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIII. (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 167)
- Language
- German
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116 keine Audienz erlangt. Salamäo Curiel soll in dieser Sache zu vermitteln suchen. Die Witwe des Simson Obediente hat Differenzen mit Josef Jesurun wegen Forderungen ihres verstorbenen Ehemannes. Es sollen Schiedsrichter erwählt werden, doch haben die Parteien genagende Kaution dafür zu leisten, dass sie dem Schiedssprüche nachkommen werden. Chacham Jacob Soportas erklärt, er sehe keine Möglichkeit, sich hier seinen Unterhalt zu erwerben. Die Gemeinde habe ihn bisher als Durchreisenden (de transito) unterstützt. Er wolle nun aber nach Livorno ziehen und bitte um einen Zuschuss zu den Reisekosten. Man ist der Ansicht, dass der Fortzug einer so zahlreichen Familie für die Gemeinde, sehr vorteilhaft wäre. Übrigens habe man dem Chacham bereits vor mehreren Jahren 100 Rt. angeboten, und wenn auch die jetzige Finanzlage weniger günstig ist, soll ihm der Präsident nochmals dies Anerbieten machen. Man hat erfahren, dass einige Mitglieder in unbefugter Weise das Damenbad benutzen. Die Badewärterin wird angewiesen, dies für die Folge nicht mehr zu gestatten; nur am Rüsttage zu dem heiligen Tage Kipur soll es erlaubt sein. Moseh Jesurun bittet um Urlaub nach Amsterdam bis Rosanä. Er wird ihm unter der Bedingung gewährt, dass er sich inzwischen durch Ishack Namias vertreten lässt, mit dem er sich abzufinden hat. Falls J. nicht genau zur angegebenen Zeit zurückkehrt, soll über sein Amt verfügt werden. Die Witwe des Moseh de Tovar erhält für die Zeit bis Rosanä 4 Rt. Zur Wahl von Schätzungsdeputierten für Gemeindebeiträge (Fintadores) versammeln sich drei frühere Vorstandskollegien unter Hinzuziehung des Herrn H. H. Gewählt werden: Josef Frances, Samuel Guedes und Ishac Senior. Möge Gott ihren Herzen Gutes einflössen!