Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIII. (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 156)
- Language
- German
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10s Bezahlung ein Zimmer (quarto) im Gemeindehause zu überlassen. Ihm wird der Bescheid, dass dies nicht möglich sei, weil jenes Haus für die Zwecke der Talmud Tora und für Gemeindebeamte diene. Überdies habe der Vorstand erfahren, dass der genannte Chacham hierher zu kommen gedenke, um Studenten anderer Konfession als der unsrigen zu unterrichten, was wir wegen der Nachteile, die uns hieraus bereits erwachsen sind und in Zukunft in noch grösserem Masse erwachsen dürften, nicht gestatten können. Genannter Herr möge daher von seiner Übersiedlung nach dieser Stadt absehen. Mit Dr. Plmentel hat man eine Besprechung wegen der Aus- Weisung des treulosen (perfido) Abraham Selomo de C. Dr. P. erklärt, er habe noch in voriger Woche mit der Mutter fiaquel de C. und mit Jacob Frazäo eine lange Unterredung in dieser Sache gehabt. Er verspricht, selber dafür sorgen zu wollen, dass C. sofort nach Pascoa (Pessach) von hier fortgeht, sodass der Vorstand dieser halb keine Schritte zu unternehmen brauche. Ihm wird erwidert, dass man lediglich mit Rücksicht aul ihn von der sofortigen Vollstreckung absehen wolle. 20. Adar. In der Sitzung, welche unter Hinzuziehung der früheren Vorsteher stattfindet, erscheinen die H. H. Moseh Israel und Soportas. Man erklärt ihnen, dass das von ihnen am 25. Ijar 5427 (29?) den deutschen Juden in Altona bezüglich des Rabbinats (0 rabanut) über die hiesigen ausgestellte Attest mit den gegenseitig getroffenen Vereinbarungen in Widerspruch stehe1). Sie (die Chaehamim) sollen dasselbe daher binnen zwei Monaten zurücknehmen und das dementsprechend abgegebene Gutachten für ungültig erklären, welchem wir, als zum Nachteile unserer Gemeinde lautend, nicht zustimmen könnten. Die von den Erschienenen vorgetragenen Entschuldigungen werden nicht angenommen. Falls sie diesem 1J Hier sei vorweg bemerkt, dass die hiesigen deutschen Juden danach trachteten, dem Altonaer Rabbinat unterstellt zu werden, ein Wunsch, den» der portugiesische Gemeindevorstaud sich widersetzen zu müssen glaubte, weil er tür alle sich in Hamburg aufhaltenden Glaubensgenossen dem Staate gegen־ über verantwortlich war. Aus diesem Verantwortlichkeitsgefühl erklären sieh auch die zahlreichen Ausweisungsdekrete gegen missliebige Personen.