Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIII. (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 135)
- Language
- German
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84 Aas geheimen Gründen lässt man dem Gabriel Moreno mitteilen, sein Brader Abraham dürfe nicht hierher zurückkehren, da derselbe solchenfalls von hier ausgewiesen werden soll. Eine gleiche Verwarnung ergeht an den Schwager Ishac Baruch. Dieser verspricht, ihm zu schreiben, weiss aber nicht, ob der Brief ihn noch erreichen wird. Die nächtlichen Ausschreitungen, wegen weicher bereits eine Untersuchung eingeleitet worden ist, dauern noch fort. Um das Übel mit der Wurzel auszurotten, wird nunmehr verordnet, dass niemand nach 8 Uhr abends ohne Laterne ausgehen darf. Diejenigen, welche ohne Laterne betroffen werden, sind zu verhaften. 5. Hesvan. Die Pleischhändler Ishac Mendes und Ishac Jessurun legen dar, dass sie in ihren Häusern kein Gelass für den Fleischhandel haben und dass ihnen überdies das Fleisch verderbe. Sie ersuchen darum, dass man ihnen wieder die Buden im Synagogenhof überlässt, welche sie auf ihre Kosten herrichten lassen wollen. Ihr Gesuch findet Genehmigung; es wird jedoch der Vorbehalt gemacht, dass der künftige Vorstand ihnen kündigen kann, in welchem Falle sie die Kosten der Wiederinstandsetzung zu tragen haben werden. Ishac Senior hat den Herrn Bürgermeister Jaar besucht, der ihn mit gewohnter Freundlichkeit empfing. Er sprach mit ihm über unsere Angelegenheiten, besonders über unsere Synagoge. Der Bürgermeister sagte, wir sollten diese Angelegenheit einstweilen auf sich beruhen lassen, bis man sieht, wie die Sache des in Haft genommen Ehepaars verläuft. Er werde demnächst in die Senatssitzung gehen und als Freund für unsere Interessen eintreten. Nicht unrichtig scheine es ihm, sich das Wohlwollen des Lizentiaten Moor zu sichern. S. sprach mit ihm auch wegen jener jungen Taugenichtse, welche die nächtliche Buhe stören, sodass man einen Volksaufstand zu befürchten habe, aus welchem Grunde wir sie des Landes verweisen möchten. Jener antwortete, wir würden sehr recht daran tun, damit nicht die Guten für die Bösen zu leiden haben* Wir sollten dieserhalb mit dem präsidierenden Bürgermeister Rücksprache nehmen und, wenn dieser als Anfänger (como principiante) Schwierigkeiten macht, werde er mit ihm reden, und