Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIII. (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 129)
- Language
- German
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78 Arao Senior erstattet mit grosser Betrübnis die Anzeige, dass sich sein Sohn Jacob Rafael entgegen seinem Willen verheiraten wolle, nnd bittet den Vorstand, der Verordnung gemäss hiergegen einzaschreiten. Der Herr H. H. wird beauftragt, mit der Frau Ester Mesia zu reden und ihr mitzuteilen, dass sie diese Heirat ihrer Tochter nicht gestatten, auch dem Vorgenannten gegen den Willen seines Vaters keinen Zutritt gewähren dürfe. Dem Herrn H. H. erklärte jene Frau, sie selber habe über ihre Familie und und deren Ehre zu wachen. Wie sie wisse, sei übrigens jene Ver- Ordnung aufgehoben und bestehen nur noch die gegen das Denunziantentum und gegen das Rasieren erlassenen Verordnungen in Kraft. Auch habe sie diese Verbindung nicht gesucht. Nochmals begibt sich der Herr H. H. zu jener Dame, dieses Mal in Begleitung des Herrn H. H. Soportas, und erklärt ihr, sie befinde sich in einem Irrtum; ihr werde bei Strafe der Berachä verboten, diese Angelegenheit hier oder in hiesigem Gebiet weiter zu betreiben. Der zufällig anwesende Jacob da Fonseca wird hinzugezogen, um jeder Zeit die also erfolgte Verwarnung bezeugen zu können. Den Jacob Rafael Senior lässt der Herr H. H. Soportas zu sich rufen und verwarnt ihn in gleichem Sinne. 24. Tisri. Das weiter oben erwähnte Ehrengeschenk, bestehend in einer mit Konfekt gefüllten Schale, wird zur Schau gestellt. Die Schale wiegt 1621/2 Lot und kostet 264 Mark Banko; das Konfekt M. 33,14 S., so dass die Gesamtausgabe M. 297, 14 S. beträgt. Die Deputierten werden beauftragt, das Geschenk am Abend zu überreichen und bei dieser Gelegenheit zu erwähnen, es sei dies nichts weiter als eine kleine Aufmerksamkeit (hum piceno Amor) und nicht etwa als Entgelt für die gemachte Zusage zu betrachten. Jacob da Fonseca teilt mit, er habe dem S. Guedez nunmehr den Rest seiner Schuld mit M. 2000.— nebst M. 46.— an Zinsen bezahlt und bitte daher, ihm sein Silberzeug und seine Juwelen, welche sich in Händen des Vogtes1) befinden, ausliefem zu lassen. Der Präsident soll dieserhalb mit G. sprechen. ף S. oben S. 64, 68 und 70.