Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIII. (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 101)
- Language
- German
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50 ferma&g tob einander senkrecht in der Erde befestigten Pfosten, nach dem Talmud gewöhnlich aus Zedernholz verfertigt, auf denen der Pressbalken ruht, welcher mittels Bolzen auf die Oelbeeren niedergedrückt wird, ferner das aus Brettern hergestellte Gefäss, welches an der oberen Kufe angebracht ist, damit die Oelbeeren an den Seiten herausfallen, wenn der Pressbalken sie niederdrückt und sie demzufolge naturgemäss sich zur Seite drängen*), gie im Boden befestigten Schalen, in welche das fertige Oel aus dem sogenannten Meer floss1 2); der untere Mühlstein der neben der eigentlichen Oelpresse stehenden Mühle, in der man die Oelbeeren zuerst zu zerreiben pflegte, bevor man sie in die Presse legte 3). Folgende Gegenstände bleiben aber gewöhnlich auch nach dem Verkaufe der Oelpresse in dem Besitze des Verkäufers, weil sie beweglich sind und nur ausgestaltende Stücke der Kelter bilden: der Pressbalken, obzwar er als der Hauptbestandteil der Presse bezeichnet wird4), die Winde oder das Bäderwerk, dessen Zweck darin besteht, den Pressbalken auf die Oelbeeren niederzudrücken, ferner die aus Brettern hergestellte runde Platte, welche auf die Oelbeeren gelegt wird, damit sich der Druck des Pressbalkens gleichmässig über alle Beeren verbreite. Der Eigentumsübergang dieser Gegenstände konnte aber durch die Aufnahme folgender Klausel in der Kaufurkunde bewirkt werden 5): 1) Siehe den Kommentar des R. Samuel b. Mei’r (z. St. s. v. מכר את הן כעין נסרים נתונים סביב הזיתים בבית הבד כדי שלא יתפזרו אנה :(הנסרים ואבה בהכביד הקורה עליהם, ונראה בעיני שמחוברים שם וקבועים הם שם לעולם. Goldmann, Der Oelbau in Palästina in der talmudischen Zeit, MGWJ. 1907, S. 21 meint, dass man Presskörbe aus Holz verwendete, daher seine natürlich unbegründete Verwunderung in Anm. 7, da er die richtige Erklärung des R. Samuel b. Me?r ausser Acht liess. 2) R. Gersehom erklärt, dass der an dieser Talmudstelle gebrauchte Ausdruck יקבים »Körbe“ bedeutet, in welchen .die Oelbeeren vom Felde gebracht werden; jedoch muss diese Erklärung merkwürdig erscheinen, denn die Körbe sind bewegliche Gegenstände und gehören daher gar nicht zum Kaufe. Merkwürdigerweise erklären auch die Tossaphoth z. St. s. v. סלים=יקבים :ים. 5) Siehe die Erklärung des R. Samuel b. Meür. Die Art der Zubereitung des Oeles siehe in Menachoth 86 a. 4) Hingegen lehrt R. Eleasar, dass der Pressbalken stets mit der Kelter verkauft ist, denn ohne Balken ist die Presse nicht zu gebrauchen. Die Halacha schüesst sich jedoch der ersteren Ansicht an, siehe Choschen Mischpat 215,s. *) B. b. IV,6 (67b).