Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIII. (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 99)
- Language
- German
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48 . /. [״ דיותא [דנה אנא מזבנינא לךDiese Wohnung [eigentlich Hatos] verkaufe ich dir־״ C. Der Kauf eines Hofes. Bevor wir die zum Kaufe eines Hofes gehörenden Gegenstände aufzäblen, muss zunächst vorausgeschickt werden, was eigentlich der Begriff ״Hof“ zur talinudischen Zeit bedeutet. Unter!,Hof“ verstand man zu jener Zeit nicht, wie heutzutage, den neben dem Hause befindlichen Baum allein, sondern den ganzen Boden, worauf einige, aber mindestens zwei Häuser standen. Der Hof war also eine kleine Gasse, vom Hofe ging man in die einzelnen Häuser; ein Hof ohne Haus führte sogar einen anderen Namen, man nannte ihn ״Terrasse“* Hiernach ist nun die Bestimmung erklärlich, welche festsetzt, dass der Käufer mit dem Hofe zugleich folgende Sachen erwirbt: die im Hofe befindlichen Gruben, Cistemen, Höhlen, die im Hofe stehenden Häuser, wie auch solche Häuser, deren Eingang in den verkauften Hof mündet, ferner alle Felsen1 2 * *) und auch die Kaufläden, welche sich nach dem Hofe öffnen, so dass diese Kaufläden nur für den Gebrauch der Bewohner des Hofes bestimmt sind. Hat aber einer dieser Kaufläden noch einen zweiten Eingang, welcher in die Strasse mündet, so bleibt er gewöhnlich im Besitze des Verkäufers, und nur dann, wenn dieser Kaufladen zumeist von den Bewohnern des Hofes in Gebrauch genommen wird, jedenfalls aber die Hofbewohner ihn mehr benutzen als die von der Strasse kommenden Leute, wird er schon zu dem Kaufe des Hofes gerechnet. 7Hingegen gehören alle beweglichen Gegenstände, welche im Hofe stehen, auch nach dem Verkaufe des Hofes dem Verkäufer, und nur eine besondere Klausel in dem Kaufverträge kann bewirken, dass der Käufer sie erwirbt. Diese Klausel lautet: 2)״ [חצר זו] (היא) וכל מה שבתוכהIch verkaufe dir diesen Hof und alles, was sich darauf befindet“. *) So nach der Erklärung des B. Gerschom zur St.; hingegen nach B. Samuel b. Melr und anderen Kommentatoren meint der Talmud nicht Felsen, sondern Sand, welcher zur Herstellung der Gläser verwendet and, weü er sehr wertvoll ist, besonders erwähnt wird; jedoch scheint die erste Erklärung einleuchtender zu sein. 2) Im Talmud steht: יהוא וכל מה שבתוכו natürlich ungenau, denn חצר ist Femininum, siehe H. Bosenberg, Das Geschlecht der Hauptwärter in der Mischna, Berlin 1908, S. 27.