Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XIII. (1920)
- Date
- 1920-01-01
- Page
- – (sequence 88)
- Language
- German
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37 bekräftigen, damit er nötigenfalls sein Anrecht auf die Fruchtbäume auch vor einem Gerichtshöfe, dem die Bestimmung, dass die Fruchtbäume ohne Weiteres mit verkauft sind, unbekannt ist, beweisen könne. Bei mangelhafter Ausstellung der Urkunde ist das Recht des Käufers an das zu erwerbende Gut beschränkt, besonders gilt diese Regel bei der Kaufurkunde, in welcher schon ein unrichtig geschriebener Buchstabe bedeutende Vorteile zu Gunsten eines der Kontrahenten bewirken und das Rechtsverhältnis erheblich ändern kann. Im Talmud werden nun im Anschlüsse an die eben erklärte Formel verschiedene Klauseln zitiert und wird durch die Erläuterung des mit jeder einzelnen Formel zusammenhängenden Rechtes auf die Bedeutung einer genauen Fixierung des Urkundentextes hingewiesen. Die folgenden Klauseln mit den hierzu passenden Rechtsbestimmungen wollen aber zugleich juridische Beispiele sein für die verschiedenartigsten im Leben vorkommenden Möglichkeiten, die beim Kaufe eintTeten können, damit aus denselben durch logisehe Schlussfolgerung das Eigentumsrecht in diesen Rechtsfällen festgesetzt werden könne. So folgen hier nach den talmudischen Angaben drei in der Form fast gleichlautende, jedoch in den Folgen weit divergierende Formeln. a) Die erste Formel lautet : (״ ארעא רדיקלי [מובנינא לךIch verkaufe dir Feld und Dattelpalmen“. Hat der Verkäufer die Urkunde so formuliert, so hat er hierdurch die Verpflichtung übernommen, dem Käufer nicht nur das verabredete Feld mit sämtlichen Fruchtbäumen, zu denen auch die Palmen gehören, sondern ausser diesen wenigstens noch zwei Palmen, die er auf einem anderen Felde besitzt, zu übergeben, denn die auf dem zu kaufenden Felde stehenden Dattelbäume sind stets mit dem Felde zusammen verkauft und, da er im Kaufvertrag besonders hervorgehoben hat, dass der Käufer durch dieses Dokument auch Palmbäume erwirbt, so wollte er ihm noch andere Bäume übertragen. Daher ist diese Formel zu betrachten, als hätte er in den Kaufbrief schreiben lassen: ״Ich verkaufe dir mein Feld mit allen Bäumen, welche sich darauf befinden, und ferner verkaufe ich dir noch Dattelpalmen“. Die Zahl der Palmen hat er zwar nicht bestimmt, aber da er die Mehrzahl gebrauchte, so Jk