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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1918-01-01 · XII. (1918) · page 300

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XII. (1918)
Date
1918-01-01
Page
– (sequence 300)
Language
German
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IRI
…/3486266-3486293--5152-3491522
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297 Lehrer und durch die Aussage eines namhaften Gelehrten in Barcelona bestätigen und bekräftigen kann1). R. Ascher verwirft 80gar die Meinung seines älteren, in ganz Spanien anerkannten Kollegen, Salomo b. Adereth, weil diese seine Meinung gänzlich aus der Luft gegriffen sei, ohne dass dafür im babylonischen oder jerusalemischen Talmud noch auch in den Tossafoth ein Anhaltspunkt zu finden wäre2). Nachdrücklich bemerkt Ascher b. Jechiel am Ende eines längeren Gutachtens, dass es nicht Oppositionsgeist ist, der ihn dazu antreibe, jemandes Urteil anzufechten, er sei stets bemüht, eine Stütze für die Meinung anderer zu finden, um sie aufrecht zu erhalten. ״Doch'1, fährt er fort, ״unsere Thora ist die Lehre der Wahrheit, und diese lässt keinerlei Schmeicheleien einer hervorragenden Autorität gegenüber zu“*). Es ist selbstverstündlich, dass R. Ascher — wie jeder, der mit dem jüdischen Religionsgesetze auch nur einigermassen vertraut ist — eine Fortentwicklung desselben mit Entschiedenheit verneint. Hierfür ist es besonders charakteristisch, dass er den Gaonen das Recht, Neuerungen im Religionsgesetze — selbst nach der erschwerenden Seite — zu treffen, unbedingt abspricht * 4). Wie bei der Prüfung ganzer Werke und ihrer Verfasser, so geht Ascher b. Jechiel auch bei seiner Textkritik in den halaehisehen Werken äusserst scharf vor; denn seinem Auge entgeht nichts. Er legt bei seinem Unterrichte grössten Wert auf einen einwandfreien Talmudtext5) und verbessert häufig die Lesarten in unseren täglichen Gebeten6). Mit feinem Sprachgefühl beobachtet Ascher b. Jechiel, dass sich die Sprache des Talmuds im Traktate Nedarim von dem sonstigen babylonisch-talmudiseben Dialekte entfernt7). Seinem Scharfsinn entgeht es nicht, dass, wie aus einem ף Ascher EGA. Nr. 31 9 u 94 5. *) Das. Nr. 35 s. 8) Das. Nr. 46 *. 4) פסקי הרא״ש *u Sabbath 11, 15. Vgl. Leopold Löw, Beiträge zur jüd. Altertumskunde II S. 117. *) Vgl. צידה לדרך Eini.: ובזמן הזה באתי ללמוד עב^מורי ה״ר יהודה נ״ע בטוליטולה מדר זרעים ומרד טהרות בשטת הרא״ש וחזרתי לפניו גרסת סדר מועד וסדר נזיקין וגמרא גיטין ונקדתי הגרסאות המשונות כקריאתו. Die Lesarten R. Jehudas stammen doch sicherlich vom Vater. 6) Vgl. in dem grossen יסדור אוצר התפלות Wilna 1914 (bei Gebrüder Komm) den fortlaufenden “״תקון תפלה. 7) Aschers Kommentar zu נדרים f- 2 b. Siehe S. D. Luziatto, Chaldaische Grammatik (ed. Krüger), Breslau 1873 S. 54.

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