Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 299)
- Language
- German
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seiner Lehrer erklärt, und diese Erklärung blieb unangetastet, ״bis sich ein grosser Gelehrter erhob, B. Abraham b. David, und sieb aus lauter Scharfsinn auf den blossen Schein und auf das Tasten seiner Hände verliess und es wagte, diese Überlieferung anzugreifen, und hierbei widerfuhr es ihm, dass er das Erlaubte für verboten und das Verbotene für erlaubt erklärte. Hätte er sein Urteil — meint Ascher b. Jechiel —־ durch die Ueberlieferung seiner Lehrer gewährleistet, dann stände Tradition gegen Tradition. Aber er hat seine Erklärung auf eigene Faust aufgestellt und für sie gänzlich falsche Beweise erbracht, die nicht einmal der Wiedergabe wert sind, denn ich habe die Sache genau untersucht und gerade das Gegenteil festgestellt. Auf Abraham b. Davids Klugheit ist also kein Verlass111). Ganz eigenartig ist die Stellungnähme ß. Aschers zu Maimonides und seinen Werken. Einerseits schätzt er Maimonides sehr und wagt es nicht, etwas zu gestatten, was dieser verboten hat 2), ja, er stellt ihn B. Tarn und ß. Isak dem Älteren als gleichbedeutend zur Seite 3). Oft übernimmt er ganze Stücke aus Maimonides’ Mischnakommentar und empfiehlt einzelnes daraus ganz besonders der tiefen Einprägung 4). Nur da, wo Maimonides keine Quellenangabe aus dem Talmud hat, — also imJad ha-chasakah—, ist er nach Ascher für die halachische Praxis gänzlich unzuverlässig. Ascher schreibt hierüber: ״Wer aus Maimonides’ Worten eine Entscheidung treffen will, ohne die Stelle aus dem Talmud zu kennen, der Maimonides seine Worte entnommen hat, der wird sicherlich das ßecht verdrehen, denn unser Verfasser hat es nicht so wie die anderen Autoren gemacht, die für ihre Behauptungen auch Beweise erbracht und uns angezeigt haben, wo dieselben im Talmud zu finden sind, damit man sie auf ihre ßichtigkeit hin überprüfen kann. Maimonides schrieb sein Werk, als habe er es durch die Gabe der Prophetie vernommen, ohne Grund und ohne Beweis für seine Behauptungen, und auf eine solche neue הלכה ״למשה״ מסיני verzichten wir5״), ß. Ascher betont hierbei, dass er dies auch durch die Ueberlieferung seiner פסקי הרא״ש ף zu chuiiin iv, 7. *) Ascher RGA. Nr. 66 1. טור אה"ע Nr. 147. 8) Ascher RGA. Nr. 43 «. 4) Anfang seines Kommentars zu עכ״ל הרמב״ם ושמור אלו :ידים העקרים שהם עיקר ז,:ת המסכתא. s) Ascher rga. Nr. 319 und 100 2.