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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1918-01-01 · XII. (1918) · page 257

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XII. (1918)
Date
1918-01-01
Page
– (sequence 257)
Language
German
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254 Philosophen mit Vorliebe gepflegt wurden, dabei nicht vernaeb• lässigt' würden 1). Auch ein gewisser R. Isak b. Mose b. Jehuda in Montpellier (?)2) wandte sich an R. Ascher, um ihn zur Teilnahme an dem Kampfe zu bewegen, und dieser schildert in seinem Antwortschreiben den Eindruck, den die Zustände in Südfrankreich auf ihn gemacht haben 3). Inzwischen trat durch eine längere Krankheit von b. Adereth eine Unterbrechung in den Verhandlungen ein4). Während dieser Zeit hatte R. Ascher Gelegenheit, die Verhältnisse in Spanien genauer kennen zu lernen, und da kam er zu der Überzeugung, dass bei der Rücksichtslosigkeit der abtrünnigen Jugend an friedliche Verständigung nicht zu denken sei 5). So mussten denn Gewaltmassregeln angewendet werden, und diese standen dem Rabbiner in dieser Zeit zu Gebote. Am 26. Juli 1305 wurde in der Synagoge zu Barcelona ein von Abba Mari verfasste und von b. Adereth Unterzeichneter Bann gegen alle, die vor dem vollendeten 25. Lebensjahre sich mit Studien befassen, die nicht in das Gebiet der jüdischen oder medizinischen Wissenschaft einschlagen, feierlich verlesen 6). Ein Schüler von b. Adereth, Simson b. Me’ir in Barcelona7) erbot sich, in Spanien für den Bannspruch Unter- Schriften zu sammeln8), wobei man vor allem damit rechnete, dass R.. Ascher in Toledo willig und gern seine Unterschrift hergeben werde, dessen Einfluss bereits so gross war, dass sich sämtliche Gemeinden von Kastilien seinem Willen fügten9). Anfang 130610) ג) Ascher b. Jechiel ist also erst ״ Wissensfeind“ geworden! י) Über ihn siehe Kapitel VII s. v. Isak b. Mose. *) Minch. Ken. Brief 52. 4) Perles S. 45. #) Ein Beispiel dafür, wie sich die ״Philosophen“ den. Gesetzeslehrem gegenüber benahmen, haben wir bei Ascher EGA. Nr. 55 9. Der sonst so geachtete R. Israel soll‘ (nach Heilprin, סדר הדורות R) diesen Streich sehr bedauert und R. Ascher um Verzeihung gebeten haben. Ä) Salomo b. Adereth RGA. I Nr. 415. Vgl. Perles, Salomo b. Adereth S. 45. 7) Über ihn siehe weiter Kapitel VII s. v. Simson b. MeYr. 8) Minchath Kenaoth Brief 67. 9) Abba Mari in einem Briefe an Simson b. MeYr (das. Brief 69). l°) Das Datum ergibt sich daraus, dass im Schewat des J. 5066 eiuer der Vertriebenen aus Frankreich, Mose b. Samuel b. Ascher, sioh von Perpignan aus an Salomo b. Adereth mit einer Anfrage wandte und in dem Antwortschreiben zugleich die Bannunterschriften von Toledo, die damals sicherlich

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