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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1918-01-01 · XII. (1918) · page 256

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XII. (1918)
Date
1918-01-01
Page
– (sequence 256)
Language
German
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253 hinwegsetzten, einen solchen Einfluss auf die Jugend gewonnendass die Gefahr bestand, die einst so blühenden Stätten jüdischen Geistes und jüdischen Denkens könnten dem Judentum gänzlich ver״ loren gehen. So sah sich einer der thoratreuen Männer von Montpellier, Abba Mari b. Mose b. Josef aus Lunel, genannt En- Duran Astruc1), veranlasst, die bedeutendsten Autoritäten auf diese Gefahr aufmerksam zu machen 2 3). Aber niemand entschloss sich zum tatkräftigen Handeln. Da kam unerwartet der gleich talmudisch gelehrte wie politisch erfahrene R. Ascher und gab durch sein zielbewusstes Handeln der Partei Abba Maris Ausschlag. Obwohl mit den Leuten und Verhältnissen der Provence fast völlig unbekannt, übersah R. Ascher doch bald die Sachlage, dass nämlieh zu viel geschrieben, aber zu wenig gebandelt wurde 5י). Er forderte während seines Aufenthaltes in Montpellier Abba Mari auf, vor allem für die Partei zur Bekämpfung des Unglaubens offene Anhänger zu suchen 4), was besonders schwierig war, da fast jeder unter den Freidenkern Verwandte oder Freunde hatte5). Abba Mari versprach sich von der Persönlichkeit R. Aschers, die auf ihre Umgebung einen gewaltigen Einfluss auszuüben schien, die grösste Unterstützung 8). Schon während seines Aufenthaltes in Barcelona erreichten R. Ascher zwei Briefe T) ans Montpellier, in denen Abba Mari ihn an die Angelegenheiten der Provence gemahnte und zugleich seine Meinung in halaehischen Fragen einholte. Während b. Adereth ausweichend antwortete, da er sich nicht in fremde Angelegenheiten einmischen wollte8^ sah R. Ascher ein, dass durch das ewige Zögern die Gefahr nur wachse, und schrieb daher an Abba Mari 9), es solle eine Versammlung der Vertreter beider Richtungen aus Südfrankreich und Spanien zusammenberufen werden und zwischen den Parteien ein Ausgleich dahin stattfinden, dass das Studium der Thora zu seinem vollen Rechte komme, aber auch die Wissenschaften, die von den *) Über ihn siehe unten Kapitel VII s. v. Abba Mari. 2) Minch. Ken. Brief 1, 5, 25, 26 u. s. w. Keineswegs kann Ascher b. Jechiel als Urheber des Streites angesehen werden, wie Geiger in החלוץ S. 20 behauptet. Vgl. Jost, Gesch. des Judentums III S. 44 Anm. 2. 3) Minch. Ken. Brief 51. 4) Das. Brief 34. *) Das. Brief 51. 6) Das. Brief 34. 7) Nämlich Brief 34 und 50, eigentlich an b. Adereth. 8) Brief 28 und 29. *) Brief 51.

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