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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1918-01-01 · XII. (1918) · page 238

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XII. (1918)
Date
1918-01-01
Page
– (sequence 238)
Language
German
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235 Raschi übersetzt diese beiden Ausdrücke mit איפה גדולה ואיפה קטנה, obgleich doch Efa nnd Kab ganz verschiedene Grössen sind; daher darf man wohl annehmen, dass er ebenfalls auf den Zusammenhang unserer Stelle mit jener von dem Efa ip Secharja hinweisen wollte 1). Der Zusammenhang zwischen Abstammung und Charakter galt unseren חדל als durchaus feststehendes Axiom. Seelische Vorzüge. Bescheidenheit, Milde, Nachgiebigkeit in Streitfällen, waren in ihren Augen ein vollgültiger Jichusbrief, ein unumstösslicher Beweis einer einwandfreien Abstammung. War jemand im Zweifel, ob er mit einer Familie eine Verbindung eingehen solle, so gab man ihm den Rat: זיל בתר שתיקותא prüfe sie auf ihre Schweigsamkeit! Denn wenn zwei miteinander streiten, so ist derjenige, der zuerst schweigt und nachgibt, nicht, wie wir sagen, der Klügere, sondern der grössere שתיקותא דבבל היינו יחוסא — .מיוחס Weil die Juden in Babylonien sich darin auszeichneten, so war das der beste Beweis für ihren יחוס (Kidduschin 71b). Wo aber das Gegenteil der erwähnten Vorzüge, namentlich aber עזות sich zeigte, da galt der Verdacht einer bemakelten Herkunft als vollkommen berechtigt. In alter Zeit weigerte sieh ein Mädchen aus guter Familie, mit einem Manne eine Verbindung einzugehen, dem ״ יהירות ,נסות הרוחHochmut, Überhebung״ nachgesagt wurde, weil dadurch ein Schatten auf seine Abstammung fiel. In den Zeiten des Siltenverfalls wird darüber geklagt, dass die Töchter Israels diese Zurückhaltung nicht mehr beobachten. משרבו יהירים התחילו בנות ישראל להנשא ליהירים לפי שאין דורנו רואה אלא לפנים ״Da der Hochmütigen sehr viele wurden, haben auch die Töchter Israels begonnen sich mit solchen Menschen zu verheiraten, denn unser Zeitalter sieht nur auf das Ausserliche“. So klagt schon die Tosefta Sota 14, 8 ואנן מה נענה בתרייהו! Daher sehen wir auch an den besprochenen Gemarastellen, dass seelische Vorzüge und genealogische Integrität als zusammengehörig angesehen wurden, weil sie sich gegenseitig bedingen. So *) Beim Niederschreiben dieser Erklärnng bemerkte ich, dass schon מה רש״א die Worte קבא רבא וקבא זוטא a*s zwei Laster bezeichnet, die in jenen Städten heimisch waren. Er geht aber dabei einen anderen Weg nnd erwähnt auch nicht den Zusammenhang der beiden Gemarastellen.

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