Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 235)
- Language
- German
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232 Man hat auf diese Stadt den Satz angewendet: כל שאינו מכיר ״ .משפחתו ושבטו נפנה לשםWer seine Familie und seinen Stamm nicht kannte, wendete sich dorthin11. Baba sagt dort weiter, dieses Harpanja liegt tiefer als der Scheol, denn es heisst: ״Aus der Gewalt des Scheol will ich sie erlösen״. Demnach gibt es eine Erlösung aus dem Scheol, aber für die Bemakelten dieser Stadt gibt es keine Erlösung. Ferner heisst es daselbst: die Leute von Harpanja tragen ihren Makel wegen ihrer Verheiratung mit den Mesenern, בני מישן, diese wegen ihrer Vermischung mit den Palmyrenern und diese wieder wegen der Sklaven, die Salomo dort ansiedelte, als er Palmyra, תדמור, gründete, nach 1. Könige 9, 18 und 2. Chr. 8, 4. Der Perek schliesst dann mit einem Volkssprichwort: היינו דאמרי אינשי קבא רבא וקבא זוטא מיגנדר ואויל לשאול ומשאול לתרמוד ומתרמוד ״ .למישן וממישן להרפניאDaher sagen die Leute, da3 grosse und das kleine Kab wälzte sich fort und rollte bis zum Scheol, vom Scheol bis nach Tarmud (=Tadmor, Palmyra), von da nach Mesene und von Mesene nach Harpanja״. Als ich vor Jahrzehnten beim Lernen zu dieser Stelle gelangte und mich genötigt sah, sie den Schülern zu erklären, da glaubte ich in den Worten Baschis einen wichtigen Anhaltspunkt zu finden, um sie ins rechte Licht zu stellen. Zu קבא ובא וקבא זוטא bemerkt Baschi: איפה גדולה ואיפה קטנה שניהם מעוותים כלומר כל הפסולים ״ מתגלגלים ויורדים לשאולDas grosse und das kleine Efa, Jjeide verbrecherisch oder fehlerbehaftet; das will sagen, alle Bemakelten rollen hinab in den Scheol“. Nach Baschi sind also קכא רבא וקבא זוטא in bildlichem Sinne zu verstehen als Verkörperung der bösen Eigenschaften oder Laster, die den Bewohnern der betreftenden Orte zum Vorwurf gemacht wurden, mit denen sie gleichsam behaftet waren. Das ist umso leichter zu begreifen, weil im Hebräischen und in der Sprache unserer alten Lehrer das Wort מדה sowohl für Mass als auch für die seelischen Eigenschaften des Menschen gebraucht wird. Ein zu grosses Mass ist daher Sinnbild einer Eigenschaft, die durch Übertreibung und Masslosigkeit zum Fehler und Laster wird. Ein zu kleines Mass ist wieder Sinnbild einer anderen Eigenschaft, die unter das Normale gesunken ist und dadurch ebenfalls zum Fehler und Laster werden kann. Das Treffende der Bezeichnung מדות für sittliche und moralische Qua-