Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 233)
- Language
- German
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Sanhedrin 21 b heisst es in der Baraitha: אותה שיוצאת ונכנסת ״ .עמו עושה אותה כמין קמיע ותולה בזרועו וכד׳Das zweite Exemplar, welches er mit sich führt, soll er wie ein Amulet gestalten und an seinem Arme hängend tragen“. Keseph Mischneh fragt nun, warum der Bambam diese Baraitha ganz ausser acht lässt und gar nicht erwähnt, obgleich sie in der Geraara widerspruchslos angeführt wird? Im לחם משנה zu הי מלכים wird darauf erwidert, Bambam sei der Meinung gewesen, die Worte der Baraitha seien gar nicht buchstäblich, sondern bildlich zu nehmen, weil die Mischna sie nicht erwähnt. Das ist doch wenig befriedigend! Die Worte: עושה אותה כמין קמיע ותולה בזרועו können doch nicht anders als buchstäblich, im wirklichen Sinne verstanden werden! Ich glaube vielmehr, Bambam war der Meinung, die Baraitha wolle keine Vorschrift geben, sondern eine Concession, eine Erlaubnis erteilen, der König kann die ס״ת auch als קמיע an seinem Arme tragen und sie mit sich führen, wie man die תפילץ — diese aber pflichtgemäss — körperlich verbunden mit sich trägt. Wenn man die Stelle dort im Zusammenhänge prüft und dazu die Bemerkung des מהרש״ל nachsieht — die Glosse am Bande der Gemara dort ist irreführend — so wird man zugeben, dass diese Auffassung sich von selbst empfiehlt. Was die Mischna betreffs der ם״ת vorschreibt, das war bindende Vorschrift für den König, die Baraitha fügt nur die Erlaubnis hinzu, dass er berechtigt sei, das והיתד. עמו im buchstäblichen Sinne zu erfüllen und die ס״ת als Schmuck und Zierde mit sich tragen. Da dies keine bindende Vorschrift ist, begnügte sich dej* Bambam in ה׳ ס״ת mit. der Andeutung והשני יהיה עמו תמיד; er sagt עמו und nicht לפניו, denn er kann sie auch mit sich tragen. Der obige Vergleich mit den תפילין lehrt uns aber, dass diese Erlaubnis sich nur auf die Tageszeit erstrecken kann. Bei Nacht muss man die תפילין abnehmen. Selbst nach der Meinung לילה זמן תפילץ muss man sie dennoch ablegen wegen 1גזירה שמא יישן בהם). Folglich musste der König zu dieser Zeit, falls er die ספר תורה 4 an seinem Arme als קמיע trug, sie abnebmen und sich von ihr trennen. Er musste sie jedoch noch immer vor sich haben, um aus ihr gegebenenfalls lernen zu können. *) Vgl. die verschiedenen Ansichten in Tur Orach Chajim 30.