Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 230)
- Language
- German
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( 227 Seit Jahrzehnten hatte ich den Hinweis auf diese Erklänuag aus dem פני מבין am Rande meiner Gemara angemerkt. Vor kurzem fand ich im תורה תמימה zu 2. B. M. 23, 1, dass er diese neue Erklärung im Namen des רמ״ה bringt und die obige Belegstelle aus Eigenem hinzufügt. Das kann nicht richtig sein, im T רמה des רמ״ה steht im Gegenteil die gewöhnliche Erklärung, er stimmt darin mit dem Rambam, den er sonst bekämpft, überein. In diesem Zusammenhang will ich eine Erklärung de9 schwierigen Verses 2. B. M. 23, 7 מדבר שקר תרחק ונקי־ וצדיק אל, תהרג כי לא אצדיק רשע, die ich irgendwo gesehen habe, mitteilen. Auf die Schwierigkeit des Zusammenhanges wird schon Sanhedrin 33b hingewiesen. / Wenn ein einstimmiges Verdikt zum Freispruch führt, so könnte doch ein Richter dem einfach Vorbeugen, indem er gegen seine Ueberzeugung statt חייב absichtlich זבאי sagt, um so eine rechtskräftige Verurteilung herbeizuführen. Das wäre aber eine subjektive Lüge, und davor warnt die Thora. Sie ruft dem einzelnen Richter zu: מדבר שקר תרחק Halte dich fern von dem Worte der Lüge, ונקי וצדיק אל תהרג Sei nun der Angeklagte ein 1קי einer, der aus formalen Gründen ״unschuldig" ist, z. B. bei einstimmiger Verurteilung, oder ein צדיק ein wirklich ״Gerechter", 80 darf er nicht gestraft werden, בי לא אצדיק רשע, denn, sollte er wirklich ein רשע sein, so wird er meinem Gericht, dem דין שמים, nicht entgehen. Du aber darfst nicht durch שקר seine Verurteilung herbeiführen, denn חותמו של הקב״ה אמת. LXXVII. Sabbath 67 a und b zählt die Mischna und noch mehr die Tosefta VI und VII verschiedene Volksgebräuche auf, die משמו דרכי האמורי verboten sind. Andere wieder sind gestattet, und von hinzugefügt, um damit zu sagen, dass eine solche Absplitterung und Sinnes־ änderung in diesem Falle unwahrscheinlich sei und selbst, wenn sie möglich wäre, dennoch die einmal erfolgte Freisprechung nicht mehr rückgängig gemacht werden soll, wegen יוצדיק אל תהרג »ach Sanhedrin 33 h. Diesen Einwand halte ich für unberechtigt, weil zu weit hergeholt und weil die Begründung des R. Kahana sich auf das פוטרין אותו beziehen muss. 15*