Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1918-01-01 · XII. (1918) · page 225

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XII. (1918)
Date
1918-01-01
Page
– (sequence 225)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3486266-3486293--5077-3491447
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

222 dieses Gedankens, dass allem Geschehen hier auf Erden, allen Umwälzungen und Machtverschieb ungen in der irdischen Welt ein entsprechender Vorgang in der himmlischen Sphäre vorausgeht oder ihn begleitet. Aus Daniel 10, 13 ff. ersehen wir, dass jedes Volk seinen שר im Himmel hat, der seine Sache führt, dass diese שרים sich gegenseitig bekämpfen, um ihrem Volke den Vorrang zu sichern. Ueber das ״Wie“ können wir uns keine Vorstellung machen; wir haben es nur mit der Anschauung an sich zu tun, die sehr reichlich in den Pijutim, aber auch in den gewöhnlichen Gebeten zutage tritt. Was bedeutet es, wenn wir sagen יד.א שלמא רבא מן שמיא וחיים וכר? Warum soll denn nur ״ שלמאFriede“ vom Himmel kommen und nicht auch ״ חייםLeben“? Ist letzteres weniger Himmelsgabe und himmlische Gnade als der Friede? Der nachfolgende Satz עושה שלום במרומיו הוא יעשה שלום וכד klingt ebenfalls befremdend. Die drei ersten dieser Worte stehen in Hiob 25, 2 in anderem Zusammenhänge, was sollen sie aber hier? Warum wird der irdische ״Friede“ mit dem in den Himmelshöhen in Verbindung gebracht? Sollte da nicht ebenfalls der obige Gedanke zum Ausdruck gelangt sein? In der Mechilta zu 2. B. M. 15, 1 und so auch an vielen Parallelstellen heisst es: אין הקב״ה נפרע מן המלכות עד שיפרע משדיהן תחלה שנאמר יפקד ה׳ על צבא המרום במרום ואחר כך ועל מלכי האדמה על ״ האדמהWenn der Heilige, gelobt sei er, ein Volk bestraft, so straft er zuvor seinen שר, denn es heisst: Heimsuchen wird der Ewige das Heer der Höhe in den Höhen und die Könige der Erde auf Erden“. Es werden dort noch mehrere treffende Bibelverse für diese Anschauung angeführt, so auch Jesaja 14, 12 : איך נפלת משמים הילל בן שחר נגדעת לארץ חולש על גוים. Wenn allen Geschehnissen, allen Erschütterungen und Veränderungen, denen die Schicksale der Völker unterworfen sind, ein ähnlicher Vorgang im Kreise der himmlischen שרים vorangeht, so muss das auch für die Kämpfe und Kriege zwischen Völkern ebenfalls seine Geltung haben, sie haben ihr Vorbild in den Kämpfen der himmlischen שרים und, sollen diese Kämpfe und Kriege ein Ende nehmen und Friede gemacht werden, dann muss der Weltenlenker, der בעל מלחמות יתברך zuerst in seinen Höhen zwischen den שרים Frieden stiften. Deshalb beten wir auch: יהא

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.