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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1918-01-01 · XII. (1918) · page 222

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XII. (1918)
Date
1918-01-01
Page
– (sequence 222)
Language
German
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219 Herzen seiner Schüler zu erwecken. Aus einzelnen Zügen ergab sich ein Mosaikbild des צדקות und der überragenden Grösse dieser gefeierten Lehrer. Namentlich das Bild des R. Nathan Adler, der so wenig gekannt ist und der in seiner Heimat so vielfach verkannt wurde — wie man bei Horovitz, Frankfurter Rabbinen, nachlesen kann — steht nach seiner Schilderung in fest umrissener Gestalt vor meinen Augen. R. Nathan Adler hat keine schriftlichen Werke hinterlassen; das einzige, was von ihm vorhanden ist, das ist sein Miscbnajoth- Exemplar, in dem er gelernt hat. Ich habe vor einigen Jahren anlässlich einer Polemik im ״Israelit44 Jahrgang 1911, No. 4 sein Vorhandensein eruiert. Es ist mit schriftlichen, aus Punkten und Strichen bestehenden Zeichen und aus kurzen Anmerkungen, wie צ״ע ,עיין und dergleichen versehen. Dr. B. H. Auerbach, der Verfasser des נחל אשכול, hat sein grosses בקיאות und seinen eminenten Scharfsinn darauf verwendet, diese Zeichen und Noten mit divinatorischer Geistesschärfe zu deuten und zu erklären, und hat es in seinem Werke משנת דד נתן veröffentlicht. Das ist alles, was von, R. Nathan Adler auf die Nachwelt gekommen ist 1). Es muss auffallend erscheinen, dass von einer Talmudgrösse seines Ranges keine schriftlichen Werke vorhanden sind. Die Erklärung dafür habe ich ebenfalls aus dem Munde meines Lehrers. Er soll einmal geäussert haben, das Aufschreiben von תורד• שבעל פה sei nur als Concession an die überhandnehmende Vergesslichkeit in späteren Zeiten gestattet worden (Temurah 14b), er aber dürfe von dieser Concession keinen Gebrauch machen, weil sein Gedächtnis ihn nie im Stiche lasse. Es soll auch phänomenal gewesen sein. Er soll nicht nur den ganzen Talmud, sondern auch die ראשונים alle auswendig gekannt haben. Der damalige Frankfurter Rabbiner, R. Pinchas Hurwitz, הפלאח genannt, ebenfalls Lehrer des חתם סופר, sagte in seinem הספד von ״ כי לא אדם הוא לד״נחם :ר, נתןEr glich keinem Erdensohn, und für seinen Verlust gibt es keinen Trost“2). In seinen jungen Jahren war er der Einzige, dem der הפלאה als Levi vor dem Duchenen ') Auch einzelne תשובות finden sich von ihm in anderen Werken, 2. B. 5חת״ס יו״ד סי' רס״א auch סי' רל״ג> wo dieser eine Erklärung von ihm mit den Worten einfuhrt: שמעתי מפה קדוש מ“ו החסיד שבכהונה מו״ה נתן אדלרזצ״ל• 2) Vgl. Vorrede zu 1משנת דר* נתן »ad die Inschrift auf seiner מצבה am Ende des Werkes.

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