Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 221)
- Language
- German
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218 8eiaen Gast zu ehren, die Einladung angenommen. Er und seine Begleiter hatten bereits Platz genommen, während R. Nathan noch immer stehend im Kreise der Gäste verweilte. Der נו״ב fand das auffallend, vielleichtauch unschicklich, und fragte: ״Warum nimmt der Boskowitzer Row nicht Platz“? Dieser erwiderte nach einigem Zögern, dass er die gepolsterten Sitze wegen חשש שעטנז nicht benützen wolle. Der נרב versuchte seine Bedenken mit dem Hinweis auf קשץ בכלאים — vgl. Beza 15 a und Jore Deah 301, 2 im רמ״א und ש״ך — zu widerlegen, während R. Nathan bei seiner Meinung beharrte, dass immerhin ein Bedenken vorhanden sei1). Das gab dann zu einer regelrechten, weitausgesponnenen halachischen Diskussion Anlass und, wenn zwei solche Grössen ihr geistiges Riistzeug erprobten, um sich gegenseitig zu überzeugen, so war das tür den talmudisch geschulten Zuhörerkreis unstreitig ein selten auserlesener, geistiger Genuss. Eine Einigung kam auch da nicht zustande, da sagte endlieh der נו״ב halb im Scherze: ״Wo der Prager Row mit seinem בית דין sitzt, darf auch der Boskowitzer Row Platz nehmen“, und die Diskussion war damit abgebrochen. Diese Erzählung habe ich fast wörtlich so aus dem Munde meines unvergesslichen Lehrers, des Nagy-Suranyer Rabbiner הג, ר פייביל פלויט זצ״ל vernommen, der sie uns beim Lernen der betreffenden Stelle in Bezah mitteilte. Er hatte sie aus dem Munde des חתם סיפר, der Augen- und Ohrenzeuge des Vorfalles war. Sie hat sich mir damals so tief eingeprägt, dass ich sie noch heute, nach einem halben Jahrhundert, so lebhaft in Erinnerung habe, als ob ich sie vor einigen Monaten vernommen hätte. Es war die Weise meines unvergesslichen Lehrers, bei schicklieber Gelegenheit Episoden aus dem Leben seines grossen Lehrers, des חתם סופר, dem er mit schwärmerischer Liebe und mit unbegrenzter Verehrung zugetan war, aber auch aus dem Leben anderer Thoragrössen zu erzählen. Er, der den grössten Teil seiner Zeit, sein Können und Wissen in unermüdlicher Tätigkeit seinen Schülern widmete, verfolgte damit den bestimmten Zweck, אהבת תורה ויראו( שמים im l) Die Frage, ob die Bedenken gerechtfertigt sind, wird auch im פנים מאירות H> 112, mitgeteilt im פתחי תשובה zur stelle, des Weiteren erörtert.