Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 216)
- Language
- German
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213 begleitung am Sabbath und am Festtage nicht statthaft war, so bleiben nur fünf oder sechs Tage übrig, je nachdem der erste Festtag auf Sabbath oder auf einen Wochentag fiel• Wir haben heute allerdings nur vier oder fünf Tage Chol ha־Moed, das trifft aber für die damalige Zeit nicht zu, denn, so schliesst Easchi: ״ דבזמן מקדש אין עושין ירט שניzur Zeit des Heiligtums feierte man keinen zweiten Festtag״. Da man von Easchi gewöhnt ist, dass er seine Worte mit peinlichster Genauigkeit wählt, 80 war es mir von jeher auffallend, warum Easchi hier ממן מקדש schreibt. Es kommt doch gar nicht auf die Zeit an. Auch zur Zeit des מקדש feierte man den ידט שני in den entferntliegenden Ländern, wie sich aus vielen Stellen des Talmuds ergibt. Im heiligen Lande und namentlich in Jerusalem wird er auch heute nicht und wurde er zu keiner Zeit gefeiert. Die Feier des zweiten Festtages hängt daher mit der זמן מקדש gar nicht zusammen. Easchi hätte sagen sollen דבארץ ישראל oder בירושלים אין עושין ירט שני♦ Wer mit Easchis Schreibweise vertraut ist. wird auch solche scheinbare Ungenauigkeit nicht leicht nehmen. Eine ganz ähnliche Stelle fand ich in Pesachim 47 a, wo Easchi דיה שני ebenfalls schreibt: דבזמן לחם הפנים לא היד שני ימים ״ טובים של גליותzur Zeit der Schaubrode gab es keine zweiten Feiertage der Exilländer״. An dieser Stelle bemerkt bereits R. Jecheskel Landau זצ״ל im צליח diese Schwierigkeit. Er schreibt, wie man diese Worte drehen und wenden mag, sie bleiben immer auffällig. In den Exilsländern gab es auch schon zu jener Zeit die Einrichtung des ירט שני; im heiligen Lande, soweit die Boten die Bestimmung des Neumondstages vermitteln konnten, gibt es auch nach der Zerstörung des Heihgtums keine Feier des ירט שני♦ Er schliesst seine Auseinandersetzung mit einem צ״ע und lässt die Frage unbeantwortet. Eine geistreiche und vollauf befriedigende Antwort auf diese Frage fand ich in den Eesponsen des התם סופר zu Jore Deah Nr. 252 und, da sie wenig bekannt ist und durch die begleiten« den Umstände historisches Interesse beansprucht, sei sie an dieser Stelle wiedergegeben. Wer mit der Jugendgeschichte des חתם סופר, dieses talmndisehen Heros der neueren Zeit, vertraut ist, wird wissen, dass er