Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 215)
- Language
- German
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- Rashi 2× ep/1002670
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212 der ihn aus seinem Besitz verdrängen möchte, um sein eigenes Besitztum abzurunden. Er beugt daher das Recht dps Armen, damit dieser genötigt sei sein Feld zu verkaufen, und beutet seine Notlage aus, um es ihm für geringen Preis abzukaufen. So gelingt es ihm, seinen eigenen Besitz von allen Seiten einzugrenzen und abzuschliessen. בעבור נעלים heisst daher ״wegen der doppelten, vollkommenen Absehliessung" von נעל verschliessen, מנעל Schloss oder Riegel. Auf diese überraschende und geistvolle Weise erklärt Raschi die Uebersetzung des Türgum, und offenbar hat ihm diese Erklärung auch Ps. 60, 10 vorgeschwebt, da er נעל mit מסגור erklärt. Man kann noch hinzufügen, dass nach jüdischem Rechte דינא דבר מצדא angeht. B. mezia 108 a, Choschen Mischpat 175. Dem Grenznachbar steht das Vorrecht zu, das Grundstück zu erwerben, sobald es zum Verkauf gestellt wird. Dass derartige und noch viel schlimmere Vergewaltigungen vorgekommen sind, ist ja bekannt genug. Der Fall vom Weingarten des Naboth ist ein klassisches Beispiel dafür. Der Weheruf Jesajas 5, 8 über die מניעי בית בבית שדה בשדה יקריבו וגר bezieht sich ja ebenfalls darauf, wie schon Raschi z. Stelle bemerkt. Unmittelbar nach den Worten בעבור נעלים heisst es: השואפים על עפר בראש דלים pK. Auch dieser Satz sagt dasselbe: ״Sie sind gierig nach dem Staub der Erde auf dem Haupt der Armen״ d. h. auf das Stückchen Erde, worauf der Arme sein müdes Haupt zur Ruhe niederlegt. Auch das, sein Letztes und Einziges, missgönnen sie ihm und möchten es an sich reissen. Wie man sich zu der obigen Erklärung verhalten mag, jedenfalls hat uns Raschi im Sinne des Targum die richtige Lösung erschlossen. Es ist auch nicht zu verkennen, dass das Wort בעבור nach der gewöhnlichen Übersetzung nicht gut klingt und der Targumerklärung sich besser anpasst; vgl. Hitzig z. St. LXX1V. In der ersten Mischna des vierten Perek von Sukka, fol. 42b, heisst es: ״ ההליל המשה וששהBei שמחת בית השואבה wurde die Flöte im Verein mit den anderen Musikinstrumenten an fünf bezw. sechs Tagen gespielt״. Raschi bemerkt dazu, die fünf oder sechs Tage entsprechen den Tagen des Chol ha־Moed, denn da diese Musik-