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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1918-01-01 · XII. (1918) · page 204

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XII. (1918)
Date
1918-01-01
Page
– (sequence 204)
Language
German
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201 Hierbei ist das Wort מערכין zu betonen. Das נותנין steht nicht in Frage, aber warum nicht מערכין?; Darauf gibt nun die Baraitha die Antwort: מפד שהתורה אמרה כי כל שאור וכל דבש לא תקטירו. Die Antwort hätte kürzer lauten können: שנאמר וכל דכש לא תקטירו; was hat der Anfang des Verses hier zu bedeuten? Dieser gehört doch scheinbar gar nicht hierher! Jedoch die oben gegebene Erklärung der Frage lässt uns auch die Antwort in anderem Lichte erscheinen. Es muss ja jetzt nachgewiesen werden, dass auch das מערכין, also ״ תעדובת דבשVermengung von Honig״ verboten ist; dazu genügt der Wortlaut des zweiten Halbverses וכל דבש וכר nicht. Denn in Pesachim 43 b und Me« nachoth 58a wird aus den Worten כי כל שאור die Lehre abgeleitet, dass selbst תערוכת שאור ודבש eine Vermengung von שאור ודבש in kleinsten Quantitäten das Räucherwerk פסול macht; vgl. daselbst עירובו מניין ת״ל כי כל. Daraus erklärt sich, dass auf die Frage ולמה אין מערכין der Bibelvers unverkürzt mit dem entscheidenden כי כל als Antwort angeführt werden musste. LXXI. Der Ausspruch des Elischa ben Abuja im vierten Abschnitt von אבות, Mischna 20, erweckt in mehrfacher Beziehung unser Interesse. Er sagt: .הלומד ילד למה הוא דומה לדיו כתובה על נייר הדש ״Was man als Kind gelernt hat, das gleicht einer Schrift, die auf neuem Papier geschrieben ist.“ והלומד זקן למה הוא דומה לדיו כתובה ״ .על נייר מחוקWas man im Alter lernt, das gleicht einer Schrift, die auf verlöschtem Papier geschrieben ist." In diesem Ausspruch haben manche eine Spitze gegen Elischas grossen Zeitgenossen und Rivalen Rabbi Akiba erblicken wollen, weil dieser erst in reiferem Alter mit dem Thorastudium begann. Das ist aber eine wenig haltbare und ansprechende Vermutung. Ich glaube, mit mehr Recht darf man darin einen Fingerzeig auf den Bildungsgang Achers und auf die Quelle, aus der er ge* schöpft haben mag, erblicken. Der Peripatetiker Alexander aus Aphrodisias, um 200 vor — vgl. über ihn Zeller, Philosophie der Griechen, III 420 — behauptete, der Verstand ist im Menschen zunächst nur als Anlage, als blosses potentielles Denken vorhanden. Durch die Ent- Wicklung dieser Anlage entsteht die wirkliche Denktätigkeit, der

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