Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 178)
- Language
- German
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175 Sendschreiben ist... wohl auch in Lissa verbrannt worden“, meint aber trotzdem zur selben Zeit nnd an derselben Stelle, ״dass die drei Rabbiner — zu ihnen gehörte auch R. David Tewele — so weit gingen, sein erstes Sendschreiben dem Scheiterhaufen zn überliefern“. An anderer Stelle *) finden wir die Mitteilung; ״ln Lissa, das damals noch zn Grosspolen gehörte, wurde Wesselys Sendschreiben nebst seinen andern Büchern öffentlich verbrannt“. Eine weitere Quelle י) weiss gar von ״dem Concil“ zu berichten, ״welches 1782 unter der Präsidentschaft von David Tewele Naltali Herz Wesselys Schreiben betitelt ״Dibre Schalem we-Emeth“ verdämmte und verbrannte“, und schliesslich meldet noch eine andere9): ״Er und sein Rabbinatskollegium verurteilten das erwähnte Sendschreiben zum Feuer“. Die hier zum ersten Male zu vollständigem Abdruck kommende Urkunde, die Predigt R. David Teweles gegen Wessely, wird allen diesen Vermutungen den Garaus machen.. Auch da» Protokollbuch der Lissaer Gemeinde* * * 4 *), das von 1767 bis 1844 reicht, birgt nicht die leiseste Spur von einem Bannstrahl oder Autodate in dieser Angelegenheit. Die Predigt ist bisher als Ganzes. nicht gedruckt worden Ä). Etwa ein Fünftel davon hat Wessely in seinem vierten Sendschreiben רחובות (Berlin 1785) zum Abdruck gebracht, um sie zu widerlegen, kürzere oder längere Inhaltsangaben aus ihr sind hie und da veröffentlicht worden6) Dennoch glaube ich, dass der Abdruck der ganzen Handschrift aus den bisher angeführten Gründen von nöten sei. Sie bildet zudem einen interessanten Beitrag J) Braun, Geschichte der Juden und ihrer Literatur II 400. *) Jewish Encyclopedia VIII 108. ף Landshuth, 85 .8 .תולדות אנשי השם. 4) Im Königlichen Staatsarchiv Posen Lis9a C 183. *) Gestützt auf Jost, Gesch. des Judentums nnd seiner Sekten 111 313, wo es heisst: .Wirklich erschien eine Predigt mit Widerlegungen“ glaubte ich in meiner Gesch. der Juden in Lissa S. 190 Anw. annehmen zn dürfen, dass sie bereits gedruckt sei. Sie lag aber Wessely nur handschriftlich vor und blieb es bisher (vgl. drittes Sendschreiben Wesselys עין משפט> ®®!*Hn 1784, Si 5b). Die von mir a. a. 0. ausgesprochene Vermutung, dass beide Predigten identisch seien, ist aber nnbezweifelbare Gewissheit. •) Jost a. a. 0. S. 314 aus Wesselys drittem Sendschreiben $. 8 a L, meine Gesch. der Juden in Lissa S. 195 ff. ***