Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 168)
- Language
- German
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Aus dem jüdischen Kulturkämpfe. Von Rabbiner Dr. L. Lewfn in Kempen. Die Antike war Zeugin des Ringens * des Judentums mit dem Hellenismus, im Mittelalter hatte Israel mit der Weltanschauung des ׳ Aristoteles sich auseinanderzusetzen, Rationalismus und Aufklärung, die Boten der Neuzeit, pochten, als das achtzehnte Jahrhundert zur Neige gehen wollte, an die Pforten der Qbetti und begehrten Einlass. Rationalismus und Aufklärung haben noch heute in Israels Lager Geltung und Wirkung von Schlachtrufen, Am 13. Oktober 1781 erschien das ״Toleranzpatent" Kaiser Josephs II., das den österreichischen Juden unter anderem weitliehen Jugendunterricht auferlegte. Naftali Hartwig Wessely (Herz Wesel) ermutigte in einem Sendschreiben an die österreichischen Juden diese, den Intentionen des Kaisers Folge zu geben: ״Er zeichnete in seinem Sendschreiben eine Art Lehrplan vor, wie die jüdische Jugend von Stufe zu Stufe, von den Elementargegenständen bis zum Talmudstudium hinauf, angeleitet werden sollte. Dieses Sendschreiben ... hätte des Eindrucks nicht verfehlen können, wenn Wessely nicht in seiner phantastischen Art darin empfohlen hätte, dass die ganze jüdische Jugend, ohne Unterschied der Anläge und des künftigen Berufes, nicht nur in Geschichte und Geographie, sondern auch in Naturwissenschaften, Astronomie und Religionsphilosophie unterrichtet werden müsste, weil man nur durch diese Vorkenntnisse znm vollen Verständnis der heiligen Schrift und des Judentums gelangen könnte .... Noch mehr, in seiner unklugen Weise hatte er sich der talmudischen Sentenz bedient: ״Ein Talmudist, der nicht Kenntnisse (allgemeine Bildung) besitzt, ist hässlicher als ein Aas11. Dieses Wort empörte die