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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1918-01-01 · XII. (1918) · page 165

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XII. (1918)
Date
1918-01-01
Page
– (sequence 165)
Language
German
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162 Jehuda in einer Baraitha, dass Tefillin alle 12 Monate untersucht werden müssen. Rabbi Simon, der Sohn Gamliels, erklärt das für nicht notwendig und führt zum Beweis seiner Ansicht einen Aus- Spruchs Hillels, des Alten, an, der von seinen Tefillin sagt, dass sie von seinem mütterlichen Grossvater stammen, d. h. also seitdem er sie besitze, nicht untersucht worden seien. Eine allgemeine praktische Übung im Sinne einer im Namen Hillels überlieferten Halachah ist der gemeinsame Genuss von Mazzoh und Moraur in der Pesachnacht (Pesachim 115 a), der die priuzipielle Anschauung zu Grunde liegt, dass die gemeinsame und gleichzeitige Erfüllung von mehreren Geboten keineswegs bedinge, dass sie sich dadurch gegenseitig aufheben (מצות אץ מבטלות זו את זו). Auf Hillel wird auch die Tradition zurückgeführt, die durch Rabbi Jehudah, den Redaktor der Mischnah (Kidduschin IV, 1), rezipiert ist, dass 10 verschiedene genealogische Gruppen durch Esra von Babylonien nach Palästina geführt worden seien, damit in Babel, wo kein Beth-din sei, die Geschlechts-Reinheit gewahrt bleibe, und dass immer mehrere dieser Gruppen untereinander ein Ehebündnis schliessen dürften (Jebamoth 37a). Es ist am Schluss unserer Ausführungen noch ein Wort zu sagen über die Kontroversen der späteren Schule Hillels und der Schule Schammais. Über das Entstehen der beiden Schulen, über ihre Existenz schon zu Lebzeiten Hillels und Schammais haben wir bereits oben das Einschlägige und Notwendige auf Grund der Forschungen und Feststellungen Halevys in seinem Doroth harischonim gesagt. Wie kam es nun, dass diese Schulen in späterer Zeit* in so vielen Punkten der Halachah so ganz und gar auseinander gingen? Übereinstimmend meldet in dieser Richtung sowohl der Talmud Babli wie der Jerusehalmi (Sanhedrin 88 b, Chagigah II, 2), der Grund für diese immerhin bedauerliehe Erscheinung sei darauf zurückzuführen, dass es immer mehr Schüler in beiden Schulen gegeben habe, die dem Umgang mit ihren Lehrern nicht die genügende Aufmerksamkeit und Zeit gewidmet hätten. Speziell die angeführte Stelle des Jeruscjialmi berichtet: ״Ursprünglich gab es keine Streitigkeiten in Israel ausser wegen der Ceremonie des Handauflegens beim Opfer. Da kamen Hillel und Schammai und gingen in drei weiteren Fragen ausein-

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