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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1918-01-01 · XII. (1918) · page 152

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XII. (1918)
Date
1918-01-01
Page
– (sequence 152)
Language
German
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149 Ziele gelangte, sagte er, dass er noch viele Fragen hätte, sich aber fürchte, Hillel zu erzürnen. Hillel setzte sich nun, in ein Tuch eingehüllt, zu ihm hin und sagte zu ihm: ״Frage nur, was Du zu fragen hast!" Da sagte der Mann: ״Bist Du Hillel, den man den Patriarchen in Israel nennt?" ״Gewiss", antwortete Hillel. ״Gut. so möge es Deinesgleichen nicht viele in Israel geben!" ״Und warum das?" lautete die Gegenfrage. ״Nun, weil ich um Deinetwillen meine Wette, 400 Gulden, verloren habe". Da antwortete Hillel: ״Nimm Dich in acht! Hillel ist wert, dass # Du seinetwegen 800 Gulden verlierst; aber Hillel soll und wird nicht zornig werden." Wir haben wohl festgestellt, dass nach Hillel den wahren Sinn der Menschenliebe derjenige richtig erfasst hat, der die Menschen zur Thorah, zum Wissen und zur Bildung hinführt. Und Hillel hat wirklich viel und unausgesetzt hingegeben, er gehörte so sehr zu der grossen Gebern der Menschheit, dass man auf ihn das Wort anwandte (Sprüche 11, 24): ״Es gibt manchen, der ausstreut und dadurch noch gewinnt". Das gilt natürlich vom Lehren; denn im Lehren lernen wir selber. Trotzdem ist Hillel nicht geneigt, ohne Vorsicht und Auswahl das heilige Gut der Thorah unter die Menge zu werfen; vielmehr lehrt er (Tosifta Berachoth 6, 29}; .,Zur Zeit, wenn man einheimst, dann streue aus! Zur Zeit, da man von sich wirft, halte zurück! Siehst Du ein Geschlecht, dem die Thorah lieb ist, so streue aus. Wenn Du aber ein Geschlecht siehst, das keine Liebe zur Thorah besitzt, halte zurück; denn es heisst: ״Zur Zeit, da es gilt, für Gott zu handeln, brechen sie Deine Lehre", d. h. das Gebot, Thorah zu lehren, tritt ausser Kraft, wenn die Menge sich ablehnend gegen dieses Himmelsgut verhält (Berachoth 68 a). Dieser verdienstvolle Lehrer, den die Krone der Thorah wie selten einen Sterblichen schmückt, war dabei einer der bescheidensten Menschen aller Zeiten. Er warnt im allgemeinen vor Hochmut. mit den Worten (Aboth I, 13): ״Wer seinen Namen verbreiten will, verliert seinen Namen" und vor ehrgeizigem und selhstsücbtigern Missbrauch der Thorah im besonderen, indem er sagt: ״Wer sich der Krone der Thorah bedient, der schwindet dahin!״ Er sagt im Hinblick auf die Gefahren des Hochmuts und den kost, liehen Besitz der Demut (Wajikra rabba I): ״Meine Erhöhun? ist

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