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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1918-01-01 · XII. (1918) · page 147

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XII. (1918)
Date
1918-01-01
Page
– (sequence 147)
Language
German
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144 bejahenden Weltanschauung, wie die geschilderte unmittelbare . Äusserung der Freude am Shikkoth-Feste. Sie zeigt uns, dass. die Anschauung der Schule Hillels, dass es ein Glück für den Menschen sei, geboren zu sein, gewiss auch Hillels Ansicht wiedergibt. Wir sind mit den letzten Ausführungen bereits stark in die Darstellung der religionsphilosophischen und ethischen Anschauungen eingetreten, denen in einer Betrachtung des Lebens und des Wirkens Hillels ein grosser Baum zukommi und die wir nunmehr fortsetzen wollen, um darnach der Halachah, der Pädagogik und seinen durch die Zeitumstände geforderten bedeutungsvollen praktischen Anordnungen uns zuzuwenden. Hillel ist von einer gerechten Vorsehung im Leben fest überzeugt, von der Tatsache, dass eine jede Tat des Menschen der Beurteilung und Vergeltung Gottes unterstellt ist. Er spricht diese Überzeugung (Mischnah Aboth II, 6) in dem bekannten Satz aus, den er einem auf dem Wasser schwimmenden Schädel eines bekannten Verbrechers zuruft: ״Weil du ertränkt hast, hat man dich wieder ertränkt, und schliesslich werden die, die dich ertränkt haben, gleichfalls ertrinken.“ Hillel drückt hier denselben Gedanken aus, wie der Talmud, der da spricht: ״Es verwundet sich hier unten niemand auch nur den Finger, wenn es nicht von oben so für ihn ausgerufen wird“ (Chullin 7 b). Die Unsterblichkeit der Seele ist ihm ein selbstverständlicher Grundsatz» Er geht aus der oben geschilderten Auffassung Hillels von den Pflichten gegen seinen täglichen Gast hervor •י er ist als Überzeugung ausgedrückt in dem Schlusssatz der Mischnah Aboth II, 7: ״Wer sich Thora-Worte erwirbt, erwirbt sich das Leben der zukünftigen Welt.״ Diese Überzeugung von der höheren Abkunft des Menschen schreibt Hillel seine Stellungnahme hinsichtlich der Güter der Erde mit logischem Zwang vor. Er sagt nicht, dass man nicht auch irdische Güter erwerben solle; aber während er eine Steigerung der Anstrengung im Erwerb geistiger Güter für ein Glück ansieht, warnt er vor den enttäuschenden Folgen eines zu weit getriebenen Eifers Mm Erwerb materieller Dinge mit den abschreckenden Worten (Aboth II, 7 ): ״Wer Fleisch mehrt (also irdischen Genuss), mehrt Gewürm; wer Güter mehrt, mehrt Sorge; wer Frauen mehrt, mehrt Aberglauben; wer Mägde mehrt, mehrt Unzucht; wer die

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