Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 142)
- Language
- German
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m Vernichtung des einheitlichen zentralen Synhedrions und durch die Einrichtung von fünf kleinern Gerichtshöfen in fünf verschiedenen Städten die Kraft der Nation gebrochen werden sollte, dem zwingenden Ruf der Zeit folgend an die Spitze des Synhedrin getreten. Selbstlos und selbstverleugend gaben sie die Würde wieder auf, als sich ein Würdigerer fand. Halevy weist mit Recht darauf hin, dass die R’ne Bethera in der Mischnah gar nicht in der Reihe der sogenannten Sugoth, d. i. der Präsidentenpaare, 'genannt werden. Sie betrachten sich selber nur vorübergehend als Platzhalter. Ebenso betont Halevy, dass durch die Einrichtung des Gabinius der Schwerpunkt des jüdischen Geisteslebens von jenem Zeitpunkt an aus dem Synhedrin ins Lehrhaus verlegt wurde. Weiterhin verbreitet der verdiente Forscher helles Licht über die bis jetzt ziemlich unklare Frage, wie es kommt, dass wir nach Hillels Ernennung zum Vorsitzenden des Synhedrin auf einmal zwei Lehrhäuser finden. Er begründet es damit, dass Schammai als der Ältere, der schon viel früher im Synhedrin eine Rolle gespielt hatte, der den Mut gefunden hatte, die Verurteilung des Herodes im Synhedrin zu beantragen (Antiq. XIV, 9, 4), schon vor Hillels Präsidentschaft sein Lehrhaus besass, zu dem nunmehr das Lehrhaus Hillels hinzukam. Der Umstand, dass Schammai schon früher lehrte, ist nach Halevy der einzig ausschlaggebende Grund und die allein ausreichende Erklärung dafür, dass überall in der Mischna und im Talmud Schammai vor Hillel genannt wird und auch die Beth Schammai den Beth Hillel vorausgehen 1). Es ist das begründete Recht der Anciennität, dem gegenüber Hillels Würde und Bedeutung nicht in Rechnung gestellt werden. Ganz besonders aber ist für eine Betrachtung des Lehrgehalts Hillels eine weitere Feststellung von ganz ausserordentlicher Bedeutung, nämlich die, dass die Beth Hillel und Beth Schammai nicht etwa, wie nach der bisherigen Meinung, erst nach Hillel und Schammai aufgetreten sind, sondern schon zu ihren Lebzeiten vorhanden waren, dass tatsächlich die Anschauungen Hillels und ף Dass die Beth Hillel, obwohl die Entscheidung meist zu ihren Gunsten ausfiel, die Ansicht der Beth Schammai immer, und sogar vor der eigenen, an» führen, wird Erabin 13a als Beweis ihrer Demut und Sanftmut, die ihnen ganz im Sinne ihres Lehrers eigen war, ausgelegt.