Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 139)
- Language
- German
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136 das Patriarchat Hillels, Simons, Gamliels und Simons ausgefüllt gewesen seien. Demgemäss muss Hillel ungefähr im Jahre 30 vor der üblichen Zeitrechnung, also etwa nach Verlauf des ersten Viertels der Regierung des Herodes, sein Amt als Patriarch angetreten haben. Das öffentliche Auftreten und der Prozess des Stifters der christlichen Religion, dessen Gehurt nach den Evangelien in die letzte Zeit der Regierung des Herodes fällt, fand aber unter der Verwaltung des Landpflegers Pontius Pilatus statt, die die Jahre 26—36 n. d. übl. Zeitrechnung umfasst. Hillel, der in seine öffentliche Wirksamkeit mehr als ein halbes Jahrundert früher als der Stifter der christlichen Religion eintrat, hat bei einer 40jährigen Präsidentschaft mithin auch noch die Regierung des Archelaus, des Sohnes des Herodes, miterlebt. Die Abstammung Hillels ist die denkbar edelste. Er führt seinen Stammbaum auf König David zurück. Ausdrücklich wird bemerkt, dass man ein genealogisches Verzeichnis in Jerusalem gefunden habe, in dem die Abkunft Hillels von David bezeugt war (Jerusch. Taanith IV Hai. 2). Auch sein Enkel Rabbi Jehudah der Heilige nimmt auf diese Tatsache Bezug (Bereschith rabba 33). So finden wir denn auch zu dem Verheissungswort Jakobs an seinen Sohn Juda: ״Es soll der Herrscherstab nicht weichen zwischen seinen Füssen“ die allgemein anerkannte Erklärung: ״Darunter seien die Enkel Hillels verstanden, die das Publikum in der Therah unterwiesen“ (Sanhedrin 5 a). Aus seiner Jugendzeit wissen wir nicht allzu viel. Nur das eine berichtet der Talmud, dass er einen Bruder Schebna besass, der sich mit Warengeschäften befasste, wärend Hillel dem Thorah- Studium oblag. Schliesslich habe Schebna Hillel vorgeschlagenj sie sollten gemeinschaftliche Sache mit einander machen. Hillel sollte den Genuss seiner geschäftlichen Erfolge ebenso mit ihm teilen, wie anderseits er das Verdienst des gottgefälligen Studiums Hillels mitgeniessen wolle. Da aber habe eine göttliche Stimme sich mit den Worten des Hohenliedes vernehmen lassen: ״Wenn auch ein Mensch das ganze Vermögen seines Hauses um die Liebe geben wollte, so würde man ihn verlachen“ (Sota 21a). Mit ,Recht schliesst hieraus Goitein (Magazin für die Wissen- Schaft des Judentums 1888) im Gegensatz zu Grätz, dass Schebna